Statement des CEO

Wir sind gut aufgestellt

Das Geschäftsjahr 2015 war für die Uelzena eG erneut wirtschaftlich überaus erfolgreich. Allerdings konnte die für unsere Mitglieder so wichtige Marke von 30 Cent pro Kilogramm für die angelieferte Rohmilch nicht gehalten werden. Die weltweite Steigerung der Milcherzeugung in wichtigen Erzeugerregionen traf auf eine zurückhaltende Nachfrage. Die Folge war ein teils dramatischer Preisverfall für alle wichtigen Milchprodukte.

Trotz der deutlichen Absatzsteigerung in allen strategischen Geschäftsbereichen musste die Uelzena-Gruppe einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen. Den Marktgegebenheiten konnte auch die Uelzena eG sich nicht entziehen – die Folgen für unsere Mitglieder aber dank unseres speziellen Sortimentsprofils dämpfen: Die Auszahlungsleistung für unsere Mitgliedsbetriebe ist weiterhin auf wettbewerbsfähigem Niveau. Zusätzlich konnte die Eigenkapitalquote als Puffer gegen künftige geschäftliche Risiken auf knapp 36 Prozent verbessert werden.

Auch 2015 haben wir weiter in die Zukunft des Unternehmens investiert. Der Mitarbeiterstamm wurde nochmals ausgebaut. Besonders stolz sind wir auf unsere hohe Ausbildungsquote von sieben Prozent, die für uns ein wichtiger Teil der Sicherung qualifizierter Fachkräfte für die Zukunft ist. Unsere ethischen Einkaufskriterien werden bereits von 94 Prozent der Lieferanten mit Rohstoffen aus sensiblen Weltregionen erfüllt. Bei der Altmark-Käserei in Bismark wurde ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Durch diese Investition konnte der CO2-Ausstoß nochmals deutlich reduziert werden. Das Motto "Mehr leisten, weniger verbrauchen" wird uns auch in Zukunft leiten, ökonomischen Erfolg von ökologischen Auswirkungen zu entkoppeln.

Dieser zweite Nachhaltigkeitsbericht zeigt auf, was wir in den fünf strategischen Handlungsfeldern der Uelzena-Gruppe erreicht haben. Zum ersten Mal fassen wir die interne Bewertung der im Geschäftsjahr 2015 erbrachten Leistung im Hinblick auf die gesteckten Ziele in einer Prozentzahl je Handlungsfeld zusammen. So erhalten Sie auch einen schnellen Überblick, in welchen Bereichen wir unsere Leistungsfähigkeit noch weiterentwickeln wollen. Insgesamt haben wir gute bis sehr gute Fortschritte gemacht. Bei den Handlungsfeldern Unternehmen und Produktion lagen unsere Zielerreichungswerte sogar nahe am Optimum.

In den nächsten Jahren wird die weltwirtschaftliche Verflechtung der Molkereibranche weiter zunehmen – und damit auch die Volatilität der Märkte. Aber auch die ethischen Ansprüche an die Erzeugung von Agrarrohstoffen sowie deren Verarbeitung werden sich weiterentwickeln. Als ergänzende Herausforderung wird die Gewinnung von Fachkräften im ländlichen Raum immer stärkere Bedeutung für den geschäftlichen Erfolg haben.

Unser Ziel ist es, mit einer ausgewogenen und langfristig orientierten Strategie eine stabile Weiterentwicklung unserer Leistungsfähigkeit zu erreichen. Im laufenden Geschäftsjahr 2016 wird der Fokus allerdings vor allem auf der nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Milchgeldauszahlung liegen müssen. Die Marktpreise sind mittlerweile so bedenklich niedrig, dass auch gut aufgestellte Höfe aus der Milcherzeugung aussteigen könnten. In den kommenden drei bis fünf Jahren werden aber noch weitere Aufgaben eine wichtige Rolle spielen.

Wesentlich wird sein, die Beschaffung wichtiger Rohstoffe noch nachhaltiger und transparenter zu gestalten. Wir wollen mehr über unsere Lieferanten erfahren und unsere Einkaufskriterien um soziale und ökologische Aspekte ergänzen. Hohe Priorität hat dabei 2016 insbesondere die Umsetzung eines Nachhaltigkeitsmoduls für Milch auf Hofebene. Die Gespräche mit den Mitgliedern sind hierzu bereits weit gediehen.

Darüber hinaus sollen schon bald alle Lieferanten, die uns Rohstoffe aus sensiblen Weltregionen verkaufen, unsere ethischen Einkaufskriterien erfüllen. 2016 werden wir die Würzmittelhersteller mit einbeziehen. Ab 2018/19 werden wir von unseren Lieferanten zudem überprüfbare Nachweise der Produktionsbedingungen direkt aus den Erzeugerländern verlangen.

Eine weitere zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren wird es sein, durch Arbeitgebermarketing und Maßnahmen der Personalpolitik unsere Reputation und Bekanntheit als guter Arbeitgeber weiter zu steigern und für Fachkräfte noch attraktiver zu werden. Und schließlich soll der Aufbau der Berichterstattung gemäß den G4-Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) bis 2017 abgeschlossen sein.
Ich bin fest davon überzeugt: Wir sind gut aufgestellt und werden unseren Weg weitergehen. Begleiten Sie uns auch in Zukunft, und schenken Sie uns Ihr Vertrauen.

 

Claus-Peter Witt
Vorstandsvorsitzender der Uelzena eG

Claus-Peter Witt