Materialitätsanalyse

Wissen, was zählt

Nachhaltigkeit ist eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Themen, mit denen sich die Wirtschaft im Interesse von Umwelt und Gesellschaft beschäftigen sollte. Für Unternehmen stellt sich die Frage: Welche dieser Themen sind für die Stakeholder wirklich relevant? Die Uelzena-Gruppe nutzt ein bewährtes Instrument zum Erkenntnisgewinn: die Materialitätsanalyse.

Die Materialitätsanalyse ist eine Methode, mit der Unternehmen herausfinden, welche Themen aus den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales für sie wesentlich sind. Sind diese Themen identifiziert, werden sie in die Strategie, in Ziele und in das Management eingebunden. So kann die Unternehmensführung kontrollieren, ob und welche Fortschritte die Organisation im Umgang mit wesentlichen Themen macht. Und: Das Unternehmen kann mit den belastbaren Informationen und Daten zu diesen Themen seine Stakeholder umfassend und transparent informieren.

Die Uelzena-Gruppe hat die erste Materialitätsanalyse 2014 durchgeführt. Mitarbeiter der Unternehmensführung haben intern verschiedene Themen diskutiert, abgewogen und bewertet. Die Ergebnisse dieser internen Analyse wurden dann um Informationen ergänzt, die die Mitarbeiter in Gesprächen mit Stakeholdern sammelten. Herausgekommen ist eine Matrix mit über 20 unterschiedlich gewichteten Themen.


MATERIALITÄTSANALYSE: DIE WESENTLICHEN ASPEKTE DER UELZENA-GRUPPE


Bisher: leichte Veränderung am Fundament

In den Folgejahren hat der Arbeitskreis Nachhaltigkeit der Uelzena-Gruppe diese Liste leicht überarbeitet und angepasst. Grundlage dafür war unter anderem ein kontinuierlicher Lernprozess im Umgang mit den GRI-Richtlinien und den verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen. So machten zum Beispiel neuere Studien deutlich, dass der Aspekt „Transport“ für Unternehmen der Milchbranche eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Die Ergebnisse der Materialitätsanalyse sind das Fundament, auf dem die Strategie und die gesamten Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeit aufbauen. Jede Veränderung hat Auswirkung auf das Gesamtkonstrukt. Denn hinter jedem relevanten Thema steht ein Managementansatz mit Zielen, Maßnahmen und Kontrollinstrumenten. Und wir müssen Daten und Informationen sammeln, die von den GRI Disclosures definiert und gefordert werden.

Ausblick

Dabei ändert sich das Umfeld ständig, in dem die Uelzena-Gruppe produziert, verkauft und wirtschaftet. Das können zum Beispiel die Erwartungshaltungen der Stakeholder sein, die Marktbedingungen, die Regularien und der Wettbewerb. Diese Änderungen sind der Grund dafür, die Materialitätsanalyse grundlegender zu aktualisieren – inklusive eines neuen Stakeholder-Dialogs. Beide Prozesse wurden 2017 angestoßen und sollen 2018 abgeschlossen sowie ausgewertet werden.

Es werden wahrscheinlich neue Themen hinzukommen, andere werden vielleicht wegfallen, und eventuell wird die Gewichtung anders ausfallen. Im Prinzip sind auch neue eigene Aspekte denkbar, oder wir konzipieren bestimmte Themen anders, als von GRI vorgesehen. GRI unterstützt diese Vorgehensweise ausdrücklich, solange dies gut begründet werden kann. Die notwendigen Erkenntnisse für ein Ob und ein Wie von Veränderungen sowie deren Begründung werden die Ergebnisse der Materialitätsanalyse liefern.