Produkte

Hochwertig, sicher, nachhaltig

Die Produkte der Uelzena-Gruppe sind in der Branche für ihre verlässliche und gute Qualität bekannt. Das spiegelte sich 2017 in den insgesamt guten Absatzentwicklungen wider. Gleichzeitig konnte das Unternehmen eines seiner wichtigsten Zukunftsprojekte voranbringen: die Integration der Milcherzeugung in das Nachhaltigkeitsmanagement.

Für die Kunden der Uelzena-Gruppe zählen vor allem die Qualität und die Sicherheit von Lebensmitteln und Zutaten. Immer öfter fragen sie jedoch auch: Wo kommen die Rohstoffe her, aus denen die Uelzena-Produkte hergestellt werden? Und welche ökologischen, sozialen und tierethischen Standards wurden bei der Produktion der Agrarrohstoffe beachtet? Die Uelzena-Gruppe entwickelt daher fortlaufend Maßnahmen, um ihren Kunden hochwertige, sichere und transparente Produkte bieten zu können.

Von Futtermittel bis Stall: Wie nachhaltig ist die Milch?

Bis 2017 war der Rohstoff Milch noch nicht in das Management für nachhaltige Beschaffung der Uelzena-Gruppe integriert. Das soll sich jetzt nach und nach ändern. Ein wichtiger Schritt: Die Ausgangslage in den landwirtschaftlichen Betrieben, die Milch erzeugen und an die Uelzena-Gruppe liefern, zu erfassen und zu analysieren. Von September bis zum Jahresende 2017 hat das Unternehmen daher bei rund 330 Milcherzeugern der Uelzena eG per Onlinebefragung nachhaltigkeitsrelevante Daten erhoben. Das Instrument ist ein auf wissenschaftlicher Grundlage ausgearbeiteter Fragenkatalog. Anhand der Ergebnisse können zukünftig erstmals unternehmens- und branchenweit gültige Aussagen zur Nachhaltigkeit der Milcherzeugung getroffen werden.

Die Befragung fand im Rahmen des bundesweiten, auf drei Jahre angelegten Pilotprojekts „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ statt. Die Uelzena-Gruppe ist eine von 34 Molkereien in Deutschland, die teilgenommen haben. Projektweit wurden Daten von rund 3000 Milcherzeugern ermittelt. Die Auswertung sämtlicher ermittelter Daten, die auch einen Vergleich in der Milchbranche erlauben, soll bis Herbst 2018 abgeschlossen sein. Die Ergebnisse der Uelzena-Gruppe werden 2018 zunächst intern sowie mit den Projektpartnern in einem Stakeholder-Dialog diskutiert. Siehe auch: Schwerpunktthema 2017.

Umstellungen für Käse ohne Gentechnik

Im Jahr 2017 begannen auch die Planungen sowie erste Schritte für eine wichtige und komplexe Umstellung: Ab Mitte 2018 bietet die Uelzena-Gruppe ihren Kunden wahlweise GVO-freien Käse an – also Käse aus gentechnikfreier Rohmilch. Um die Zertifizierung „Ohne Gentechnik“ zu erhalten, dürfen Lebensmittel weder genetisch veränderte Organismen (GVO) sein noch diese enthalten oder aus diesen hergestellt werden. Zentral für die Uelzena-Gruppe: Bei tierischen Lebensmitteln wie Milchprodukten dürfen die Tiere auch nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Das betraf vor allem die Fütterung und die Futtermittel für die Kühe, deren Rohmilch in der Altmark-Käserei verarbeitet werden. Mit Beginn des Jahres 2018 wurde die Futtergrundlage auf die gentechnikfreie Form umgestellt.

Kakao: die Lieferanten der Lieferanten im Fokus

Zucker und Kakao sind weitere wichtige Agrarrohstoffe, die das Nachhaltigkeitsmanagement der Uelzena eG in der Lieferkette auf Risiken analysieren wird. Allerdings ist der Fokus zunächst ausgerichtet auf den Rohstoff Milch und das Pilotprojekt, das bis 2019 läuft.

Eine Ausnahme von dieser Prioritätensetzung: die Arbeits- und Menschenrechte gemäß dem Verhaltenskodex der Uelzena-Gruppe. Bei Agrarrohstoffen, die aus kritischen Erzeugerländern stammen, will Uelzena dazu beitragen, dass die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte sichergestellt wird. Die Definition „kritische Erzeugerländer“ orientiert sich an einer Klassifizierung der Business Social Compliance Initiative (BSCI).

Aus diesem Grund ist die Uelzena-Gruppe Mitglied bei SEDEX, einer Datenplattform, auf der Unternehmen Informationen zu den Ergebnissen aus SMETA-Audits teilen. Als Mindeststandard erwartet die Uelzena von Lieferanten, dass sie die Anforderungen der Ethical Trade Initiative (ETI) erfüllen. Gemeinsam mit den Lieferanten ist die Uelzena-Gruppe dabei, bis 2018 alle relevanten Vorlieferanten bis ins Ursprungsland mit einzubeziehen und diese ebenfalls auf die ETI zu verpflichten. Resultate hierzu werden im Nachhaltigkeitsbericht 2018 veröffentlicht.

„Wir ermöglichen unseren Kunden, sich für Nachhaltigkeit und Verantwortung zu entscheiden. Mit der VLOG-Mitgliedschaft vergrößern wir unser Angebot an Produkten, die gemäß anerkannten Nachhaltigkeitsstandards hergestellt werden können.“

Uwe Radke, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb, Uelzena

Nachhaltigkeitskontext: Warum eine nachhaltige Produktstrategie notwendig ist

Die moderne Herstellung von Lebensmitteln ist stark arbeitsteilig und umfasst mehrere Stufen. In der Mitte dieses Prozesses steht die Weiterverarbeitung von Agrarrohstoffen zu Zwischenprodukten und Zutaten. Das ist die Kernkompetenz der Uelzena eG und ihrer Tochterunternehmen. 2017 bezog die Gruppe allein 588.683 Tonnen Milchrohstoffe – so viel wie nie zuvor. Hinzu kommen noch weitere Agrarrohstoffe wie Zucker oder Kakao.

Aus all diesen Rohstoffen stellen die Werke in Uelzen, Ratzeburg, Bismark und Warmsen überwiegend Zwischenprodukte und Zutaten her. Abnehmer sind die Industrie, das Gewerbe und der Handel der Lebensmittelbranche. Darüber hinaus produziert die Uelzena-Gruppe sowohl Produkte für den Endverbraucher (zum Beispiel Butaris) als auch genussfertige Produkte im Auftrag von Kunden (Private Label).

Der Uelzena-Gruppe ist bewusst, dass sie in dieser Doppelfunktion als Abnehmer von Agrarrohstoffen einerseits und Weiterverarbeiter andererseits eine mehrfache Verantwortung hat:

  • für die Gesundheit der Verbraucher, die hochwertige und sichere Lebensmittel kaufen wollen
  • für die wirtschaftliche Existenz der Landwirte, die auf eine zuverlässige Abnahme ihrer Agrarrohstoffe angewiesen sind
  • für die Umwelt und das Wohl der Nutztiere
  • für die Achtung der Menschenrechte, was vor allem bei Agrarrohstoffen ein Thema ist, die aus außereuropäischen Ländern bezogen werden.

Hochwertige und sichere Produkte sowie eine zuverlässige Abnahme von Agrarrohstoffen sind traditionell wichtige Themen bei der Uelzena-Gruppe, die seit jeher im Unternehmen bewusst gemanagt werden.

Aktuell arbeitet die Unternehmensgruppe daran, mögliche Risiken in ihrer Lieferkette hinsichtlich der Themen Umwelt und Tierwohl zu identifizieren. Denn es ist klar: Die Erzeugung von Agrarrohstoffen kann sich kritisch auf Umwelt, Nutztiere und Menschen auswirken. Wichtige Themen sind bei der Milcherzeugung zum Beispiel die Form der Tierhaltung und ein sachgerechtes Nährstoff-Management. Bei Kakao sind es Kinderarbeit und insgesamt kritische Arbeits- und Lebensbedingungen für Kleinbauern.

Unser Management-Ansatz: Produkte

Das Handlungsfeld Produkte umfasst verschiedene Nachhaltigkeits-Topics, die für die Stakeholder der Uelzena-Gruppe wichtig sind. Kunden, Mitglieder und Lieferanten interessieren sich beispielsweise für eine nachhaltige und sichere Beschaffung, Kundengesundheit, eine Kennzeichnung von Produkten sowie die strategische Ausrichtung auf Wachstumsmärkte.

Mit verschiedenen strategischen Zielen und darauf abgestimmten Maßnahmen will die Uelzena-Gruppe ein bereits erreichtes optimales Niveau halten und gegebenenfalls verbessern. Sie forciert dabei einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess, etwa indem sie schrittweise mögliche Nachhaltigkeitsrisiken in den Lieferketten aufspürt. Bei den Milchrohstoffen ist die Basis mit dem Nachhaltigkeitsmodul Milch gelegt. Nach der Auswertung und den Analysen dieser Befragung werden wir unsere Ansatzpunkte für eine nachhaltigere Milcherzeugung festlegen und die nächsten Bereiche in der Lieferkette angehen: zunächst Zucker, anschließend Kakao.

 

Unsere nachhaltige Produktstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktziele

  • Die Uelzena-Gruppe strebt ein profitables Wachstum in strategischen Geschäftsbereichen an, also vor allem mit Produkten wie Milchzutaten, Instantgetränken, in der Lohnfertigung sowie mit Gesundheitsprodukten.
  • Bei der Herstellung von Lebensmitteln wird für ein hohes Sicherheitsniveau und gleichbleibend gute Qualität gesorgt – von der Rohstofflieferung bis zur Fertigung.
  • Die Beschaffung von Rohstoffen und Materialien soll nachhaltiger werden. Die Uelzena-Gruppe orientiert sich an den steigenden Anforderungen der Kunden im Bereich der Nachhaltigkeit.

Qualität

  • Das prozessorientierte Qualitätsmanagement begleitet systematisch sämtliche Abläufe, prüft sie auf Fehler und achtet auf die Einhaltung von Produktvorgaben.
  • Die Uelzena-Gruppe hat die wichtigsten Zertifizierungen: ISO 9001/2008, IFS Food (Higher Level), BRC (British Retail Consortium), Fairtrade, UTZ, EU-Öko-Verordnung, Koscher und Halal auf Anfrage.
  • Der chemisch-physikalische Standard der unternehmenseigenen Labore gilt als High End und umfasst spezielle Untersuchungsverfahren, etwa zur Partikelstruktur. Die Labore sind zertifiziert nach ISO 17025.
  • Für alle Rohstoffe, Zwischenprodukte und Fertigwaren existieren risikobasierte Prüfpläne, in denen die Probenahmen festgeschrieben sind. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die vereinbarten mikrobiologischen, chemisch-physikalischen und sensorischen Produkteigenschaften und Qualitätsparameter eingehalten werden.
  • Das HACCP-Management umfasst unter anderem ein Allergen-Management, die EDV-gestützte Instandhaltung und Wartung, ein Fremdkörper-Management, ein Hygienekonzept (Zonen und Vorschriften) und die Schädlingsprophylaxe.
  • Kontrolle der Lieferanten: durch Einholen verschiedener Auskünfte, Besuche vor Ort sowie Lieferanten-Audits. Zu jedem Rohstoff müssen entsprechende Rohstoffspezifikationen vorliegen. Zudem stellt die Uelzena-Gruppe ihre milchbasierten Zutaten und Produkte ausschließlich aus Milchrohstoffen her, die aus Deutschland oder der Europäischen Union stammen.
  • Risikotechnologien wie Gentechnik, Nanotechnologie oder Bestrahlung sind grundsätzlich ausgeschlossen.
  • Packmittel, Packhilfsmittel und Bedarfsgegenstände entsprechen den deutschen und europäischen Vorschriften. Zusätzlich liegen von den Lieferanten entsprechende lebensmittelrechtliche Unbedenklichkeitserklärungen gemäß VO (EG) 1935/2004 und VO (EG) 10/2011 vor.
  • Um die hohen Qualitäts- und Hygienestandards der Uelzena-Gruppe noch weiter zu verbessern, wurde am Standort Uelzen eine neue automatische Warentransportbrücke zwischen dem Lager und der Produktion eingerichtet. Durch die Umpalettierung auf Kunststoffpaletten verringern sich nochmals Umwelteinflüsse und die Gefahr des Eindringens von Fremdkörpern (etwa Holzsplittern) und externer Verschmutzung in die Produktion. Das Schleusenkonzept wurde erweitert. Auf diese Weise lassen sich die verschiedenen Produktströme noch besser voneinander trennen. So können deklarationspflichtige Allergene wie Milchpulver nicht in andere Produkte (etwa Hefe) gelangen.

Nachhaltige Beschaffung

  • Die Uelzena-Gruppe kontrolliert ihre Lieferanten risikobasiert. Sollten Angaben auffällig sein, behalten sich unsere Einkäufer vor, sie durch Auditoren direkt in den Betrieben der Zulieferer überprüfen zu lassen.
  • Seit 2016 entwickelt die Uelzena-Gruppe nach und nach ein nachhaltiges Beschaffungsmanagement. Es wurden alle Beschaffungsmaterialien analysiert und auf dieser Basis die künftigen strategischen Prioritäten festgelegt. Die wichtigsten Agrarrohstoffe sind: Milchrohstoffe, Zucker und Kakao. Für diese Stoffe wurde ein Managementansatz entwickelt und verabschiedet, der mehrere Stufen umfasst: Analyse potenzieller Nachhaltigkeitsrisiken, Lieferantendialoge, Festlegen von Anforderungen und risikobasiertes Prüfen, ob die Anforderungen erfüllt werden.

Nachhaltige Beschaffung: Milchrohstoffe

  • Die Milchrohstoffe stammen zu 93 Prozent Mengenanteil (Stand 2017) aus regionaler Erfassung. Die landwirtschaftlichen Betriebe, von denen die Milch stammt, sind nicht weiter als 150 Kilometer von den Uelzena-Werken entfernt.
  • 2017 wurden per Onlinebefragung von Milchlieferanten der Uelzena eG Daten zur Nachhaltigkeit der Milcherzeugung erhoben. Grundlage dieser Befragung auf Hofebene ist das Nachhaltigkeitsmodul Milch, ein wissenschaftlich entwickelter Fragenkatalog mit mehr als 70 ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und tierethischen Kriterien. Siehe auch: Nachhaltigkeitsmodul Milch

Nachhaltige Beschaffung: Arbeits- und Menschenrechte

  • Kunden der Uelzena-Gruppe sollen bei Nicht-Milchrohstoffen wählen können, ob sie für die Herstellung ihrer Produkte konventionelle oder nachhaltige Nicht-Milch-Rohstoffe wie Kakao verwenden möchten. Nachhaltige Rohstoffe verfügen über international anerkannte Nachhaltigkeitsstandards wie Fairtrade, UTZ, Rain Forest Alliance und Bio.
  • Die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten hat für die Uelzena-Gruppe hohe Priorität und wurde im Verhaltenskodex des Unternehmens festgeschrieben. Daher fordert die Uelzena-Gruppe von ihren Zulieferern Transparenz ein, wenn sie Rohstoffe aus sensiblen Erzeugerländern in Asien, Afrika oder Südamerika verkaufen. Die Einkäufer der Uelzena-Gruppe lassen sich von den direkten Zulieferern in Europa – das sind meist Zwischenhändler oder Weiterverarbeiter – per Selbstauskunft bestätigen, dass die Unternehmen die Menschen- und Arbeitnehmerrechte nach den Vorgaben der Ethical Trading Initiative (ETI) beachten. Die erforderlichen Informationen und Dokumente übermitteln neue Zulieferer über ein Online-Lieferantenportal. Nach und nach sollen auch die Lieferanten der Lieferanten einbezogen werden, entlang der Lieferkette bis zum Ursprung, etwa bis zu den Kakaoplantagen oder -bauern in Afrika. Mit der Weiterentwicklung des nachhaltigen Beschaffungsmanagements werden gegebenenfalls weitere Nachhaltigkeitsaspekte bei den Zulieferern abgefragt.

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