Produkte

Die Welt ein Stück besser machen

Die Uelzena-Gruppe wächst in allen strategischen Märkten. Mit innovativen Produkten auch jenseits klassischer Milchprodukte – und erwirtschaftet
 so eine wettbewerbsfähige Auszahlungsleistung für ihre Mitglieder. Zudem steigert sie die regionale Wertschöpfung und stößt weitere nachhaltige Entwicklungsschritte in ihrer Lieferkette an.

Etwa 21.000 Tankwagen sind notwendig, um 527.978 Tonnen zu transportieren. So viel wogen die Milchrohstoffe, die unsere Lieferanten 2015 an uns geliefert haben. Die Uelzena-Gruppe hat diese gewaltigen Mengen Rohmilch, Rahm und Konzentrate dann zu Milchpulver, Käse, Butter oder Butterfetten weiterverarbeitet. Das belegt: Milch ist mit großem Abstand unser wichtigster Rohstoff. Das hohe Absatzniveau der Milchprodukte Butter, Butterfett und Käse wollen wir in den nächsten Jahren halten. Wachsen wollen wir künftig vor allem im Bereich der Milchzutaten sowie ergänzend mit dem Absatz unserer Nicht-Milch-Produkte, also
den Instantgetränken, Gesundheitsprodukten und der Lohntrocknung.

Erfolgreiche strategische Geschäftsbereiche

Die größten Absatzzuwächse wurden mit 37 Prozent durch den Bereich Zutaten und Lohnfertigung realisiert. Dank des weltweit ausgerichteten Milchpulververtriebs haben wir etliche neue Kunden dazugewonnen und neue Kontraktmengen in der Lebensmittelindustrie platziert. Europas modernstes Milchtrockenwerk, die schnelle Verarbeitung der regionalen Rohmilch und die in etlichen Kunden-Audits bestätigte Qualität trugen zu dem guten Ergebnis erheblich bei.

Auch die Geschäftsbereiche Instantgetränke mit sieben Prozent und Gesundheitsprodukte mit fünf Prozent Absatzzuwachs sprechen für die seit Jahren von Kunden geschätzten maßgeschneiderten Produktlösungen. Die bekannte Verlässlichkeit als Produktionspartner großer Markenkunden zahlt sich weiterhin aus. Mit mehr als 20 Prozent Absatzanteil sind die Nicht-Milch-Produkte ein strategisch bedeutendes Zusatzgeschäft für die Uelzena-Gruppe.

Butter und Butterfett für das Backhandwerk und für Konsumenten sowie Käse für Großvermarkter sind die zweitstärkste Säule der Uelzena-Gruppe. Wie angestrebt konnten die Mengen in den drei Segmenten knapp behauptet werden. Dank der kontinuierlichen Pflege der Marken Hoche Butter, Buttaris sowie unserer Profi-Marke Trilactis konnte unsere führende Marktposition selbst in stagnierenden und wettbewerbsintensiven Märkten behauptet werden.

Milchmengen steigen

Ein in der Milchbranche und der Öffentlichkeit viel diskutiertes Ereignis war der Fall der Milchquote im April 2015. Die weltweit 2015 produzierten Mengen stiegen im Vergleich zu 2014 nur leicht – anders als in den Jahren zuvor, in denen große Zuwächse zu verzeichnen waren. Ähnliches gilt für Deutschland. Zwischen 2006 und 2014 stieg die produzierte Gesamtmenge hierzulande von 26,9 Millionen auf 31,3 Millionen Tonnen, von 2014 zu 2015 fiel der Anstieg auf 31,5 Millionen Tonnen dagegen gering aus.

Dennoch: Das Angebot an Milch ist deutlich höher
als die Nachfrage, sodass die Preise sinken. Wir haben in diesem Jahr wieder mehr Milchrohstoffe verarbeitet als in den Vorjahren. Zwischen 2012 und 2014 erhöhte sich die Menge um 67.300 Tonnen, zwischen 2014 und 2015 nochmals um 21.672 Tonnen (4,3 Prozent). Dabei konnten wir dieses Jahr nochmals den Anteil der regional beschafften Milchrohstoffe steigern – von 90 Prozent auf 94 Prozent – und somit unserer Verantwortung für die regionale Beschaffung noch besser gerecht werden.


ROHSTOFF- UND MATERIALEINSATZ DER UELZENA-GRUPPE


Mit unseren Produkten wollen wir wettbewerbsfähige Auszahlungsleistungen für unsere Genossenschaftsmitglieder erwirtschaften. Das ist ganz klar unser vorrangiger Auftrag. Doch wir sind auch Teil der Ernährungsindustrie. Und als solcher fühlen wir uns auch dafür verantwortlich, unsere Partner in aller Welt mit hochwertigen und sicheren Lebensmitteln zu versorgen.

Verlässlich hochwertig

Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung arbeiteten 2015 auf gewohnt hohem Niveau. Alle Werke wurden wieder ISO-zertifiziert. Auch die IFS-Zertifizierung „higher level“ war erfolgreich. Zusätzlich wurden 24 ergänzende Kunden-Audits durchgeführt und dafür 24 Tage aufgewendet. Das heißt, dass sich Qualitätsmanager unserer Kunden unsere Werke ansehen. Zur Qualitätssicherung bei Materialbeschaffungen führen wir aber auch Audits bei unseren Lieferanten durch.

Es gab keine ernsthaften Reklamationen, bei denen die Gesundheit oder gar das Leben von Konsumenten gefährdet gewesen wären – dementsprechend auch keine Rückrufaktionen. Wie gewohnt mussten wir für Kennzeichnungen keine Bußgelder zahlen oder Strafen verbüßen. Ein normales Aufkommen an Reklamationen und internen Sperrungen haben wir durch unsere bewährten Verfahren sicher aufgefangen, gesteuert und korrigiert. Das Ergebnis ist verlässliche, höchste Produktqualität und Produktsicherheit – dank eines überdurchschnittlichen Qualitätsmanagements und hoher Standards.

Die Uelzena-Gruppe hat mittlerweile eine Größe erreicht, die es ermöglicht, positiven Einfluss auf ihre Lieferanten auszuüben. Diesen Hebel wollen wir nutzen, um die Produktionsbedingungen am Anfang unserer Lieferkette zu verbessern.

Rohstoffe nachhaltiger beschaffen

Bei Rohstoffen wie Kakao oder Kaffee aus sensiblen Erzeugerregionen sind wir ein gutes Stück vorangekommen. 94 Prozent unserer Lieferanten erfüllen mittlerweile unsere Kriterien, die wir an die Ethical-Trading- Initiative angelehnt haben. Wir sind auf einem guten Weg, 100 Prozent zu erreichen. Um sich als Lieferant dieser Produktgruppe bei uns zu qualifizieren, müssen Lieferanten entweder unsere – um Nachhaltigkeitsaspekte erweiterte – Hersteller-Selbstauskunft ausfüllen, eine SEDEX-Mitgliedschaft nachweisen oder über vergleichbare Erklärungen den Nachweis zu ethischen und sozialen Grundsätzen in der Unternehmenspolitik erbringen. 2016 werden wir ein Lieferanten-Onlineportal einrichten, bei dem sich neue Lieferanten registrieren lassen und alle von uns geforderten Angaben selbst eingeben können. Erfüllt ein Lieferant der oben genannten Produktgruppe unsere Nachhaltigkeitskriterien nicht, lehnen wir ihn ab.

Neben den existierenden Programmen für faires Handeln, auf deren Basis wir nach Kundenwunsch nichtheimische Rohstoffe einkaufen, haben unsere Kakaolieferanten eigene Förderprogramme ins Leben gerufen – mit dem Ziel, die Existenzgrundlage für Kakaobauern, ihre Gemeinschaften sowie für zukünftige Generationen grundlegend zu verbessern. Die Programme umfassen die Weiterentwicklung von Farmen, Schulungen der Bauern sowie die Unterstützung von Gemeinschaften.

Bernd Nörenberg, Leiter Zentraleinkauf

Um zukünftig sicherzugehen, dass alle Angaben stimmen, werden wir die Lieferanten kontrollieren und von Jahr zu Jahr entscheiden, ob und wen wir überprüfen wollen. Dabei werden wir mit Augenmaß vorgehen, etwa wenn jemand auffällig ist. Unsere Qualitätsmanager besuchen dann gemeinsam mit unseren Einkäufern die Lieferanten beziehungsweise Importeure vor Ort in ihren europäischen Firmenzentralen. Dort prüfen sie sämtliche relevanten Dokumente und Daten.

Ein Nachhaltigkeitsmodul für Milch etablieren wir bei Uelzenas Milcherzeugern ab 2016. Da sich die verschiedenen Branchenvertreter bundesweit bisher noch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten, setzen wir das Modul in einem Pilotprojekt – zusammen mit dem Thünen-Institut und unseren Mitgliedsmolkereien – dennoch wie geplant um. Das Modul wird uns in die Lage versetzen, Kundenanfragen zu Themen wie Tier- wohl oder Umweltschutz bei der Milcherzeugung noch besser beantworten zu können.

Seit 2012 haben wir unsere Marktbedeutung – gemessen am Absatz der Hauptproduktgruppen – fast um die Hälfte gesteigert. Eine erfolgreiche, aber auch notwendige Entwicklung für eine mittelständische Molkerei, die ihren national und international agierenden Kunden ein verlässlicher Partner und Lebensmittellieferant sein will.

 

Unsere nachhaltige Produktstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktziele

  • Wir wollen profitables Wachstum in strategischen Geschäftsbereichen erzielen, also vor allem mit Produkten wie Instantgetränken, Gesundheitsprodukten, Milchzutaten und in der Lohnfertigung. Bei den klassischen Milchprodukten wie zum Beispiel Käse wollen wir unsere Absatzmenge stabil halten.
  • Bei der gesamten Herstellung unserer Lebensmittel – von der Rohstofflieferung bis zur Fertigung – sorgen wir für ein gutes Sicherheitsniveau und verlässliche Qualität.  
  • Unsere Beschaffung von Rohstoffen und Materialien soll nachhaltiger werden. Das heißt: Beim Einkauf achten wir nicht nur auf Sicherheit und Qualität, sondern auch auf ökologische, soziale und ethische Kriterien.

Qualität

  • Unser prozessorientiertes Qualitätsmanagement begleitet systematisch sämtliche Abläufe, prüft sie auf Fehler und achtet auf die Einhaltung von Produktvorgaben.
  • Uelzena hat die wichtigsten Zertifizierungen: ISO 9001/2008, IFS Food (higher level), BRC (British Retail Consortium), Fair Trade, UTZ, Öko-Verordnung, Koscher und Halal.
  • Der chemisch-physikalische Standard unserer Labore gilt als High-End und umfasst spezielle Untersuchungsverfahren, etwa zur Partikelstruktur. Die Labore sind zertifiziert nach ISO17025.
  • Für alle Rohstoffe, Zwischenprodukte und Fertigwaren existieren risikobasierte Probenahmen auf der Basis von Prüfplänen. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die vereinbarten mikrobiologischen, chemisch-physikalischen und sensorischen Produkteigenschaften und Qualitätsparameter eingehalten werden.
  • Unser HACCP-Management umfasst: Allergen-Management, EDV-gestützte Instandhaltung und Wartung, Fremdkörper-Management, Hygienekonzept (Zonen und Vorschriften), Schädlingsprophylaxe.  
  • Wir kontrollieren unsere Lieferanten: etwa durch Einholen von Auskünften, Besuchen vor Ort sowie Lieferanten-Audits und -spezifikationen. Zudem stellt Uelzena seine milchbasierten Zutaten und Produkte ausschließlich aus Milchrohstoffen her, die aus Deutschland oder der Europäischen Union stammen.
  • Risikotechnologien wie Gentechnik, Nanotechnologie oder Bestrahlung schließt Uelzena grundsätzlich aus.
  • Packmittel, Packhilfsmittel und Bedarfsgegenstände entsprechen den deutschen und europäischen Vorschriften. Zusätzlich sind lebensmittelrechtliche Unbedenklichkeitserklärungen gemäß VO (EG) 1935/2004 und VO (EG) 10/2011 vorhanden. Auch von den Lieferanten liegen entsprechende Bestätigungen und Zertifikate vor.

Nachhaltige Beschaffung

  • Unsere Milchrohstoffe stammen zu 94 Prozent (Stand: 2015) aus regionaler Erfassung. Unsere Molkereien und Meiereien erfassen die Rohmilch von ihren Erzeugern innerhalb eines Radius von maximal 150 Kilometern.
  • Gemeinsam mit unseren Mitgliedsbetrieben und ihren Milchlieferanten arbeiten wir daran, Nachhaltigkeitsthemen auf Hofebene zu erheben und auszuwerten. Wir nutzen den Fragenkatalog, der nach wissenschaftlichen Kriterien vom Thünen-Institut als Branchenlösung erarbeitet wurde.
  • Nicht-Milch-Rohstofflieferanten mit Produkten aus sensiblen Erzeugerregionen wählen wir gezielt aus. Sie müssen unsere HSA-Angabe (Hersteller-Selbst-Auskunft bei Uelzena) ausfüllen, die nun zusätzlich ökologische und soziale Kriterien nach ETI-Standards (Ethical Trading Initiative) beinhaltet, oder sie müssen eine Sedex-Mitgliedschaft nachweisen.
  • Uelzena kontrolliert und auditiert Nicht-Milch-Rohstofflieferanten. Qualitätsmanager und Einkäufer besuchen Lieferanten/Importeure in Europa vor Ort und prüfen relevante Dokumente anhand von Nachhaltigkeits- und Qualitätskriterien.