Produkte

Nachhaltige Produkte auf Wachstumskurs

2019 hat die Uelzena-Gruppe an die erfolgreiche Entwicklung des Vorjahres angeknüpft und sowohl die Rohstoffbasis als auch die Produktionskapazitäten weiter ausgebaut. Dass es dabei um mehr als ein rein quantitatives Wachstum geht, spiegelt sich zum Beispiel in der Steigerung des VLOG-Anteils bei der Rohmilch oder auch in der verstärkten Zuwendung zu höherpreisigen Produkten wider. Mit der erneuten Teilnahme am Nachhaltigkeitsmodul Milch verfolgt die Gruppe ihren Weg zu einer nachhaltigen Milcherzeugung konsequent weiter.

 Als mittelständisches Unternehmen muss sich Uelzena gegen eine Vielzahl starker Wettbewerber im Markt behaupten. Dafür ist es unerlässlich, in eine Größenordnung hineinzuwachsen, die den wirtschaftlichen Erfolg auch perspektivisch sichert. Steigende Absätze in den Hauptproduktgruppen bestätigten den eingeschlagenen Weg: Insgesamt konnte der Absatz im Berichtszeitraum um 5,5 Prozent gesteigert werden. Verbessert wurde zudem der Wertschöpfungsmix für die einzelnen Produktgruppen.

Milch aus der Region

Milch ist und bleibt der Hauptrohstoff der Uelzena-Gruppe. Umso erfreulicher ist, dass der Eigenmilchanteil auch im Berichtsjahr 2019 deutlich erhöht werden konnte. Ein Grund liegt darin, dass die Mitglieder der Genossenschaft rund 50 neue Milcherzeugerbetriebe dazugewinnen konnten. Durch diese Neuaufnahmen, aber auch durch Maßnahmen zur Mengensteigerung auf den bestehenden Höfen wurde die angelieferte Rohmilchmenge auf knapp 636.000 Tonnen gesteigert. Das entspricht einem Plus von fast 21 Prozent. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass die zusätzlich angelieferte und verarbeitete Rohmilchmenge aus den Regionen stammte. Konkret: Nahezu alle Milcherzeugerbetriebe sind nicht weiter als 150 km von den Uelzena-Standorten entfernt. Die Beschaffung der Rohstoffe aus der Region ist seit Jahren ein zentraler Nachhaltigkeitsgrundsatz der Gruppe: Sie spart Transportkosten und reduziert die CO2-Emissionen.

Bereits im Vorjahr hat sich die Uelzena-Gruppe den Anforderungen des deutschen Marktes hinsichtlich gentechnikfreier Produkte angepasst. Für den Standort Bismark haben die Milcherzeuger der Milchsammelgenossenschaften auf GVO-freie Fütterung umgestellt. Seitdem wird hier Käse aus VLOG-konformer Rohmilch (Fütterung ohne Gentechnik) produziert. 2019 betrug der VLOG-Anteil an der Gesamt-Rohmilchanlieferung 73 Prozent.

.Mit mehr Wertschöpfung zu mehr Nachhaltigkeit

Durch die hohen Mengen an Rohmilch konnte die Uelzena-Gruppe ihre Kapazitäten für Milchprodukte optimal ausnutzen. Die hohen Rohstoffmengen führten zu einer Ausweitung am Absatzmarkt, überdies war eine Erschließung neuer Märkte möglich. Die Hauptproduktgruppen legten insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 12.780 Tonnen zu, das entspricht einem Wachstum von 5,5 Prozent. Besonders erfolgreich entwickelte sich Milchpulver mit einem Mengenwachstum von knapp 8 Prozent. Zudem steigerte Uelzena seinen Milchfettabsatz um 6 Prozent und setzte damit seine Wachstumsstrategie in den Kernsegmenten fort. Erfreulich entwickelten sich ebenfalls die Absätze im Bereich der Gesundheitsprodukte und Instantgetränke.

Das Nachhaltigkeitsmodul Milch geht in die zweite Runde

Bei aller Wachstumsorientierung hat die Uelzena-Gruppe den Anspruch, nicht einfach nur mehr Milch zu verarbeiten, sondern die Milch auch möglichst nachhaltig zu erzeugen sowie den höchsten Qualitätsansprüchen und den wachsenden Kundenansprüchen Rechnung zu tragen. Mit der Teilnahme am QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch untermauert Uelzena seinen Anspruch, Milchrohstoffe möglichst nachhaltig zu beschaffen. Schon in der Startphase 2017 war das Unternehmen fest entschlossen, das Projekt zu unterstützen. Die Ergebnisse der ersten Runde wurden 2019 ausgewertet und versprechen nicht nur interessante Einblicke und Optimierungschancen, sondern zeigen auch konkrete Handlungsbedarfe auf. Mitte 2020 startet die zweite Projektphase: Gemeinsam mit dem Thünen-Institut und QM Milch e. V. wird Uelzena für weitere drei Jahre die Datenerhebung vorantreiben. Die Daten werden benötigt, um einen Verbesserungsprozess zu einer nachhaltigeren Milcherzeugung anzustoßen. Zudem schafft das Projekt Transparenz und kann somit zur gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen. Weitere Informationen zur zweiten Projektphase: QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch 2.0

Nachhaltige Beschaffung

An den Uelzena-Standorten werden neben Milch auch Rohstoffe wie beispielsweise Kakao- und Kaffeepulver verarbeitet, die nicht in heimischen Regionen, sondern in sogenannten kritischen Erzeugerländern hergestellt werden (nach Definition der BSCI). Ziel ist es, Lieferanten und Hersteller aus diesen Ländern auf einheitliche, für die gesamte Lieferkette gültige Standards zu verpflichten. Nach dem Stand 2019 erfüllten etwa 60 Prozent der Lieferanten aus diesen Regionen nicht nur die Anforderungen der Ethical Trade Initiative (ETI), sondern waren darüber hinaus nach weiteren Standards wie SEDEX, BSCI, TSF, SA8000 oder Fairtrade auditiert. Der Spielraum für weitere Verbesserungen ist allerdings begrenzt, da einige Kunden feste Partnerschaften mit Lieferanten pflegen, die damit dann auch für Uelzena verbindlich sind, oder funktionale Restriktionen einen weiteren Ausbau entsprechend limitieren.

Mehr Lebensmittelsicherheit durch den „Food Fraud“-Prozess

Lebensmittel, Rohwaren, Zutaten oder Verpackungsmaterialien werden leider immer wieder vorsätzlich vertauscht, irreführend gekennzeichnet, verfälscht oder plagiiert. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verweist in Bezug auf diesen Lebensmittelbetrug auf folgende Definition: „Unter Lebensmittelbetrug versteht man im Allgemeinen das Inverkehrbringen von Lebensmitteln mit dem Ziel, durch vorsätzliche Täuschung einen finanziellen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erlangen.“ Bereits 2018 hat die Uelzena-Gruppe ihren „Food Fraud“-Prozess etabliert, der Betrugsversuchen in den Lieferketten entgegenwirken soll. Seit 2019 bewertet und dokumentiert ein neues Team innerhalb des Unternehmens die entsprechenden Risiken und Prozesse. Damit erfüllt Uelzena alle Anforderungen des IFS Food Standard – definiert durch die Global Food Safety Initiative (GFSI) – und kann so ein weiteres Qualitätssiegel vorweisen, das das Unternehmen im internationalen Wettbewerb auszeichnet.

Mit der fortführenden Teilnahme am QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch verfolgen wir den ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz in der Milcherzeugung konsequent weiter und können damit die Nachhaltigkeitsleistungen unserer Milcherzeuger gegenüber Kunden aufzeigen.

Nanke Brümmer, Nachhaltigkeitsmanagerin, Uelzena

Zukunftsfähige Verpackungslösungen

Seit Januar 2019 gilt europaweit das neue Verpackungsgesetz („VerpackG“), das allgemein auf eine umweltverträgliche Verpackungsentsorgung abzielt. Jeder, der gefüllte Verpackungen in Umlauf bringt, ist seither dazu verpflichtet, für deren Rücknahme und Verwertung zu sorgen. Da der Großteil der Uelzena-Produkte in Big Bags an Kunden aus dem B2B-Bereich geliefert wird, die sich dann selbst um die Herstellung und Vermarktung des Endprodukts kümmern, berührt das Thema Verpackung nur einen kleinen Teil des Gesamtangebotes der Uelzena-Gruppe. Insbesondere im Bereich Instantgetränke wächst das Bewusstsein der Kunden für Verpackungsfragen kontinuierlich, sodass sich die Gruppe seit einiger Zeit intensiv – und seit der Einführung des VerpackG noch einmal verstärkt – mit Aspekten wie Umweltfreundlichkeit und Recyclingfähigkeit befasst, um ihre Kunden auch in diesem Bereich als kompetenter Partner zu unterstützen.

Gemeinsam mit ihren Kunden und für die eigenen Konsumgüter sondiert die Uelzena-Gruppe vom biologisch abbaubaren Material aus nachwachsenden Stoffen über Verbunddosen bis hin zur Wellpappe laufend die unterschiedlichsten Möglichkeiten, um neue, zukunftsfähige Lösungen auf den Weg zu bringen. Ziel ist es, Verpackungen nach dem Ansatz „Vermeiden, verringern, verbessern“ umweltfreundlicher zu gestalten. So werden mitunter Verpackungsmaterialien eingesetzt, die eine hochwertige Wiederverwertung im Rahmen des angestrebten Stoffkreislaufes begünstigen. Langfristig wird eine kontinuierliche Verbesserung der Verpackungen angestrebt. Im Instantgetränkebereich kann Uelzena bereits mit einer alufreien Verbundfolie arbeiten.

 
Ausblick 2020

Die Uelzena-Gruppe wird 2020 versuchen, auch unter den gegenwärtigen Bedingungen der COVID-19-Pandemie alle genannten Themen voranzutreiben, um ihren Kunden weiterhin qualitative, innovative und nachhaltige Produkte anbieten zu können. Das alles beherrschende Thema wird jedoch sein, das Unternehmen sicher durch die Corona-Pandemie zu steuern, den Kurs weitestgehend zu halten sowie die Verarbeitung der Milch und Arbeitsplätze zu sichern.

Wie gravierend die Folgen der Corona-Krise für das Unternehmen sein werden, ist zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abzusehen. Fakt ist: Die Pandemie wird erhebliche Anpassungen und Einbußen in allen Geschäftsbereichen mit sich bringen.

 
 Nachhaltigkeitskontext: Warum eine nachhaltige Produktstrategie notwendig ist

Die moderne Herstellung von Lebensmitteln ist stark arbeitsteilig und umfasst mehrere Stufen. In der Mitte dieses Prozesses steht die Weiterverarbeitung von Agrarrohstoffen zu Zwischenprodukten und Zutaten. Das ist die Kernkompetenz der Uelzena-Gruppe und ihrer Tochterunternehmen. 2019 bezog die Gruppe allein 729.664 Tonnen Milchrohstoffe. Hinzu kommen noch weitere Agrarrohstoffe wie Zucker oder Kakao.
Aus all diesen Rohstoffen stellen die Werke in Uelzen, Ratzeburg, Bismark und Warmsen überwiegend Zwischenprodukte und Zutaten her. Abnehmer sind die Industrie, das Gewerbe und der Handel der Lebensmittelbranche. Darüber hinaus produziert die Uelzena-Gruppe sowohl Produkte für den Endverbraucher (zum Beispiel Butaris) als auch genussfertige Produkte im Auftrag von Kunden (Private Label).
Der Uelzena-Gruppe ist bewusst, dass sie in dieser Doppelfunktion einerseits als Abnehmer von Agrarrohstoffen und andererseits als Weiterverarbeiter eine mehrfache Verantwortung hat:

  • für die Gesundheit der Verbraucher, die hochwertige und sichere Lebensmittel kaufen wollen
  • für die wirtschaftliche Existenz der Landwirte, die auf eine zuverlässige Abnahme ihrer Agrarrohstoffe angewiesen sind
  • für die Umwelt und das Wohl der Nutztiere
  • für die Achtung der Menschenrechte, was vor allem bei Agrarrohstoffen ein Thema ist, die aus außereuropäischen Ländern bezogen werden.

Hochwertige und sichere Produkte sowie eine zuverlässige Abnahme von Agrarrohstoffen sind traditionell wichtige Themen bei der Uelzena-Gruppe, die seit jeher im Unternehmen bewusst gemanagt werden.

 Unser Management-Ansatz: Produkte

Das Handlungsfeld Produkte umfasst verschiedene Themen zur Nachhaltigkeit, die für die Stakeholder der Uelzena-Gruppe wichtig sind. Kunden, Mitglieder und Lieferanten interessieren sich beispielsweise für eine nachhaltige und sichere Beschaffung, die Kundengesundheit, eine Kennzeichnung von Produkten sowie die strategische Ausrichtung auf Wachstumsmärkte.

Mit verschiedenen strategischen Zielen und darauf abgestimmten Maßnahmen will die Uelzena-Gruppe das erreichte Niveau halten und gegebenenfalls verbessern. Sie forciert dabei einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess, etwa indem sie schrittweise mögliche Nachhaltigkeitsrisiken in den Lieferketten aufspürt. Bei den Milchrohstoffen wird die Basis beispielsweise mit dem Nachhaltigkeitsmodul Milch gelegt. In einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess werden Daten erhoben und analysiert sowie Schwachstellen identifiziert, um schließlich Ziele und Maßnahmen zu entwickeln. Gesamtziel: die stetige Verbesserung hin zu einer nachhaltigen Milcherzeugung. Außerdem baut die Uelzena-Gruppe ein nachhaltiges Lieferketten-Management für wichtige Nicht-Milch-Rohstoffe wie Kakao, Zucker und Kaffeeweißer auf.

 

Unsere nachhaltige Produktstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktziele

  • Die Uelzena-Gruppe strebt an, die Wertschöpfung aller angebotenen Produktgruppen weiter zu verbessern.
  • Die Herstellung von sicheren und zuverlässigen Produkten soll dauerhaft gewährleistet werden.
  • Das Angebot nachhaltig beschaffter Rohstoffe und Materialien soll ausgebaut werden. Die Uelzena-Gruppe orientiert sich an den steigenden Anforderungen der Kunden im Bereich der Nachhaltigkeit.

Qualität

  • Das prozessorientierte Qualitätsmanagement begleitet systematisch sämtliche Abläufe, prüft sie auf Fehler und achtet auf die Einhaltung von Produktvorgaben.
  • Die Uelzena-Gruppe hat die wichtigsten Zertifizierungen: ISO 9001/2015, IFS Food (Higher Level), BRC (British Retail Consortium), Fairtrade, UTZ, EU-Öko-Verordnung, Koscher und Halal auf Anfrage.
  • Der chemisch-physikalische Standard der unternehmenseigenen Labore gilt als High End und umfasst spezielle Untersuchungsverfahren, etwa zur Partikelstruktur. Die Labore sind zertifiziert nach ISO 17025.
  • Für alle Rohstoffe, Zwischenprodukte und Fertigwaren existieren risikobasierte Prüfpläne, in denen die Probenahmen festgeschrieben sind. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die vereinbarten mikrobiologischen, chemisch-physikalischen und sensorischen Produkteigenschaften und Qualitätsparameter eingehalten werden.
  • Das HACCP-Management umfasst unter anderem ein Allergen-Management, die EDV-gestützte Instandhaltung und Wartung, ein Fremdkörper-Management, ein Hygienekonzept (Zonen und Vorschriften) und die Schädlingsprophylaxe.
  • Die Kontrolle der Lieferanten erfolgt durch Einholen verschiedener Auskünfte, Besuche vor Ort sowie Lieferanten-Audits. Zu jedem Rohstoff müssen entsprechende Rohstoffspezifikationen vorliegen. Zudem stellt die Uelzena-Gruppe ihre milchbasierten Zutaten und Produkte ausschließlich aus Milchrohstoffen her, die aus Deutschland oder der Europäischen Union stammen.
  • Risikotechnologien wie Gentechnik, Nanotechnologie oder Bestrahlung sind grundsätzlich ausgeschlossen.
  • Packmittel, Packhilfsmittel und Bedarfsgegenstände entsprechen den deutschen und europäischen Vorschriften. Zusätzlich liegen von den Lieferanten entsprechende lebensmittelrechtliche Unbedenklichkeitserklärungen gemäß VO (EG) 1935/2004 und VO (EG) 10/2011 vor.
  • Um die hohen Qualitäts- und Hygienestandards der Uelzena-Gruppe noch weiter zu verbessern, wurde am Standort Uelzen eine neue automatische Warentransportbrücke zwischen dem Lager und der Produktion eingerichtet. Durch die Umpalettierung auf Kunststoffpaletten verringern sich nochmals Umwelteinflüsse sowie die Gefahr des Eindringens von Fremdkörpern (etwa Holzsplittern) und externer Verschmutzung in die Produktion. Auch das Schleusenkonzept wurde erweitert. Auf diese Weise lassen sich die verschiedenen Produktströme noch besser voneinander trennen. So können deklarationspflichtige Allergene wie Milchpulver nicht in andere Produkte (etwa Hefe) gelangen.

Nachhaltige Beschaffung

  • Die Uelzena-Gruppe kontrolliert ihre Lieferanten risikobasiert. Sollten Angaben auffällig sein, behalten sich unsere Einkäufer vor, sie durch Auditoren direkt in den Betrieben der Zulieferer überprüfen zu lassen.
  • Seit 2016 entwickelt die Uelzena-Gruppe nach und nach ein nachhaltiges Beschaffungsmanagement. Es wurden alle Beschaffungsmaterialien analysiert und auf dieser Basis die künftigen strategischen Prioritäten festgelegt. Die wichtigsten Agrarrohstoffe sind: Milchrohstoffe, Zucker, Kakao und Kaffeeweißer. Für diese Stoffe wurde ein Management-Ansatz entwickelt und verabschiedet, der mehrere Stufen umfasst: Analyse potenzieller Nachhaltigkeitsrisiken, Lieferantendialoge, Festlegen von Anforderungen und risikobasiertes Prüfen, ob die Anforderungen erfüllt werden.

Nachhaltige Beschaffung: Milchrohstoffe

  • Die Milchrohstoffe stammen mit einem Mengenanteil von 89 Prozent (Stand 2019) aus regionaler Erfassung. Die landwirtschaftlichen Betriebe, von denen die Milch stammt, sind nicht weiter als 150 Kilometer von den Uelzena-Werken entfernt.
  • Voraussetzung für die Milchanlieferung ist die Erfüllung des bundeseinheitlichen Standards zur Milcherzeugung QM-Milch. Dieser dient der Qualitätssicherung auf der Ebene der Milcherzeugung und beinhaltet 69 Kriterien. Neben dem Hygienemanagement gibt es auch Kriterien für eine artgerechte Tierhaltung, den verantwortungsbewussten Umgang mit Tierarzneimitteln, das betriebliche Umfeld und Futtermittelsicherheit. Die Auditierungen und Zertifizierungen der milchviehhaltenden Betriebe finden in regelmäßigen Abständen vor Ort statt.
  • Seit 2017 werden per Befragung Daten zur Nachhaltigkeit der Milcherzeugung erhoben. Grundlage dieser Befragung auf Hofebene ist das Nachhaltigkeitsmodul Milch (Thünen Institut, QM Milch e.V.), ein wissenschaftlich entwickelter Fragenkatalog mit mehr als 80 ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und tierwohlbezogenen Kriterien. Mitte 2020 startet die zweite Projektphase, an der auch die Uelzena-Gruppe wieder als Praxispartner teilnehmen wird. Siehe auch: Nachhaltigkeitsmodul Milch
  • Milcherzeuger, die gentechnikfreie Milch nach VLOG-Standard erzeugen, müssen eine entsprechende Zertifizierung vorweisen. Eine „Ohne Gentechnik“-Zertifizierung bedeutet, dass Lebensmittel weder selbst genetisch veränderte Organismen (GVO) sein noch diese enthalten oder daraus hergestellt werden dürfen. Zudem dürfen bei der Produktion keine durch Gentechnik hergestellten Komponenten verwendet worden sein. Bei tierischen Lebensmitteln wie zum Beispiel Milch oder Käse gilt außerdem, dass sie nur dann als „ohne Gentechnik“ zertifiziert sind, wenn die Tiere nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Kontrollen und Futteranalysen finden risikobasiert mindestens alle drei Jahre auf den Höfen statt.

Nachhaltige Beschaffung: Arbeits- und Menschenrechte

  • Kunden der Uelzena-Gruppe sollen bei Nicht-Milch-Rohstoffen wählen können, ob sie für die Herstellung ihrer Produkte konventionelle oder nachhaltige Nicht-Milch-Rohstoffe wie Kakao verwenden möchten. Nachhaltige Rohstoffe entsprechen international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards wie Fairtrade, UTZ, Rain Forest Alliance und Bio.
  • Die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten hat für die Uelzena-Gruppe hohe Priorität und wurde im Verhaltenskodex des Unternehmens festgeschrieben. Daher fordert die Uelzena-Gruppe von ihren Zulieferern Transparenz ein, wenn diese Rohstoffe aus sensiblen Erzeugerländern in Asien, Afrika oder Südamerika verkaufen. Die Einkäufer der Uelzena-Gruppe lassen sich von den direkten Zulieferern in Europa, bei denen es sich in den meisten Fällen um Zwischenhändler oder Weiterverarbeiter handelt, per Selbstauskunft bestätigen, dass die Unternehmen die Menschen- und Arbeitnehmerrechte nach den Vorgaben der Ethical Trading Initiative (ETI) beachten. 2019 erfüllten etwa 60 Prozent der Lieferanten aus diesen Regionen nicht nur die Anforderungen der ETI, sondern waren darüber hinaus nach weiteren Standards wie SEDEX, BSCI, TSF, SA8000 oder Fairtrade auditiert. Die erforderlichen Informationen und Dokumente übermitteln neue Zulieferer über ein Online-Lieferantenportal. Nach und nach sollen auch die Lieferanten der Lieferanten einbezogen werden – entlang der Lieferkette bis zum Ursprung. Mit der Weiterentwicklung des nachhaltigen Beschaffungsmanagements werden gegebenenfalls weitere Nachhaltigkeitsaspekte bei den Zulieferern abgefragt.
  • Die Uelzena-Gruppe ist Mitglied bei SEDEX, einer Datenplattform, auf der Unternehmen Informationen zu den Ergebnissen aus SMETA-Audits teilen. SMETA ist ein ethikbasiertes Audit-Format, das über die vier von SEDEX definierten Bereiche informiert: Arbeit, Gesundheit und Sicherheit, Umwelt sowie Geschäftsethik. Auch die Uelzena-Gruppe lässt sich seit einigen Jahren auditieren und kann somit ihren Kunden ein SMETA-4-Zertifikat vorlegen, das die Einhaltung von ethischen, arbeits- und umweltbezogenen Standards bestätigt.

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