Produkte

So überzeugen Produkte

Transparenz beim Rohstoff-Einkauf, gute Absatzmöglichkeiten, hohe Qualitätsstandards - im Handlungsfeld Produkte managen wir viele relevante Nachhaltigkeitsaspekte. Unser Ziel: Produkte, die in jeder Hinsicht erfolgreich sind. 

Die Uelzena-Gruppe bezieht von Zulieferern jährlich mehrere hunderttausend Tonnen Agrarrohstoffe. Diese verarbeiten wir weiter zu Lebensmitteln und Zutaten, vorwiegend im Auftrag von Industrie, Gewerbe und Handel. Damit sind wir ein Teil der Ernährungsbranche und ihrer Produktionsketten - und als ein solcher erfüllen wir eine doppelt wichtige Aufgabe für die Gesellschaft: Wir versorgen Menschen mit hochwertigen und sicheren Lebensmitteln. Und wir sichern die Lebensgrundlage vieler Agrar-Urproduzenten, weil wir deren Rohstoffe zuverlässig abnehmen.

Zugleich trägt die gesamte Branche – vom Landwirt über das verarbeitende Gewerbe bis zum Verbraucher – eine Verantwortung für den Umweltschutz, die Achtung der Menschenrechte und das Wohl von Nutztieren. Die Absicht, dieser Verantwortung nachzukommen, hat die International Dairy Federation – der weltweite Dachverband der Milchbranche – in ihrer Erklärung von Rotterdam manifestiert.

Unser Managementansatz: Produkte

Das Thema "Produkte" umfasst also eine ganze Reihe verschiedener Nachhaltigkeitsaspekte, die für unsere Stakeholder – vor allem Kunden, Mitglieder und Lieferanten – wichtig sind: nachhaltige und sichere Beschaffung, Kundengesundheit und -sicherheit, Kennzeichnung von Produkten sowie die strategische Ausrichtung auf Wachstumsmärkte.

Um den berechtigten Erwartungen der Stakeholder nachzukommen, haben wir uns Ziele gesetzt: Wir wollen profitabel wachsen, sichere und hochwertige Produkte herstellen sowie Rohstoffe nachhaltig beschaffen. Damit wir diese Ziele erreichen, haben wir passende Maßnahmen entwickelt. Dazu gehören zum Beispiel unsere strategische Absatzplanung, unser Qualitätsmanagement und ein Beschaffungsmanagement, das die Grundlage für nachhaltige Produkte legt. Wenn es erforderlich ist, passen wir diese Maßnahmen an oder ergänzen sie, im Berichtszeitraum 2016 zum Beispiel bei der Beschaffung und dem Qualitätsmanagement.

Lieferketten nachhaltig managen

2016 haben wir mit der systematischen Entwicklung eines nachhaltigen Beschaffungsmanagements für ausgewählte Agrarrohstoffe begonnen. Dabei konnten wir auf verschiedenen, schon bestehenden Ansätzen aufbauen, die wir 2014 und 2015 auf den Weg gebracht haben. Nach und nach entsteht nun ein Managementsystem, das mehrere Stufen umfasst: das Priorisieren der wichtigsten Rohstoffe und die Analyse potenzieller Nachhaltigkeitsprobleme, Dialoge mit Lieferanten führen, Anforderungen definieren sowie das Prüfen und Kontrollieren von Lieferanten. Dieses Managementsystem wird uns in die Lage versetzen, die relevanten Nachhaltigkeitsinformationen über unsere wichtigsten Rohstoffe entlang der vorgelagerten Lieferketten zu erfassen. Auf dieser Basis können wir dann die Anfragen unserer Kunden bestmöglich beantworten.

Fortschritte bei Agrarrohstoffen

Ein Stück vorangekommen sind wir beim Rohstoff Milch. In der zweiten Jahreshälfte 2017 startet die Datenerfassung in den landwirtschaftlichen Betrieben für das Nachhaltigkeitsmodul Milch. 2016 wurde dafür alles vorbereitet, um die Antworten auswerten zu können. Die Auswertung der Daten erfolgt 2018. Dann erhalten wir einen ersten Einblick, wie nachhaltig unsere Vertragslieferanten und Mitglieder die Milch erzeugen. Das Nachhaltigkeitsmodul ist allerdings kein Rating-Verfahren mit Noten. Es ist eine Methode, um neutral und anonymisiert Daten zu erfassen. Nur die Milcherfassungen und Molkereien können die Daten einem bestimmten landwirtschaftlichen Betrieb zuordnen.

Unsere Investitionen in die räumliche Trennung von Produktströmen verbessern die Hygiene im Werk Uelzen merklich über die gesetzlichen Standards hinaus. Das bestätigen Kunden durch ihre Audit-Berichte.

Dr. Peter Fichtl, Geschäftsführer Produktion und Technik, Uelzena

Veränderungen bei Nicht-Milch-Rohstoffen: Seit 2016 übermitteln neue Zulieferer die erforderlichen Informationen und Dokumente über ein Online-Lieferantenportal. Zudem haben wir einen Meilenstein bei der Prüfung von Lieferanten erreicht: Alle unsere direkten Zulieferer, die ihren Sitz in Europa haben und uns mit Rohstoffen aus kritischen Erzeugerländern versorgen, bestätigen uns nun per Selbstauskunft die Achtung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte in ihrem Unternehmen – gemäß den global anerkannten Richtlinien der Ethical-Trading-Initiative (ETI). Dabei haben sie sich verpflichtet, mit ihren Vorlieferanten ähnliche Standards zu vereinbaren. Daher ist unser nächstes Etappenziel: die Transparenz ausweiten entlang der Lieferkette bis zum Ursprung – in enger Zusammenarbeit mit unseren Schlüssellieferanten. 

Hygiene noch besser managen 

Unsere Qualitäts- und Hygienestandards sind sehr hoch. Dennoch prüfen wir laufend, wie wir ein noch höheres Maß an Sicherheit erlangen können, etwa durch das Optimieren der Material- und Produktströme. Als Ergebnis haben wir am Standort Uelzen eine neue automatische Warentransportbrücke zwischen dem Lager und der Produktion fertiggestellt. Durch die Umpalettierung auf Kunststoffpaletten verringern wir nochmals Umwelteinflüsse und die Gefahr von Fremdkörpern (etwa Holzsplittern) und externer Verschmutzung in der Produktion. Und wir haben unser Schleusenkonzept erweitert. Auf diese Weise trennen wir die verschiedenen Produktströme noch besser voneinander. Das ist wichtig, weil zum Beispiel Milchpulver ein Allergen und damit deklarationspflichtig ist, das nicht in andere Produkte wie Hefe gelangen darf.

 

Ergebnisse 2016: Produkte 

Haben wir 2016 alles geschafft, was wir uns intern für das Handlungsfeld "Produkte" vorgenommen haben? Ja, zu immerhin 93,6 Prozent - das hat die Berechnung unseres integrierten Zielerreichungswerts ergeben. Dieser Wert signalisiert, dass wir unsere Ziele größtenteils erreicht haben. Wie gut unsere Leistungen pro Nachhaltigkeitsaspekt im Einzelnen waren, zeigen die verschiedenen Indikatoren, die wir erheben. Siehe auch: Prüfbescheinigung

GRI-Indikatoren

Menge der gelieferten Produkte / Absatz (Unterindikator von G4-9): Unser Gesamtabsatz in den Hauptproduktgruppen ist von 2015 auf 2016 um 5.163 Tonnen beziehungsweise 2,4 Prozent gestiegen – auf insgesamt 221.258 Tonnen. Im Produktbereich Milchfette und der Spezialprodukte war der Absatz nahezu konstant. Bei Käse ist er um zwei Prozent gesunken, weil wir aufgrund der schlechten Marktpreise die Produktionsmengen zurückgenommen haben. Dagegen verzeichneten wir bei Milchpulver ein Plus von sechs Prozent. Auch im Bereich gezuckerte Kondensmilch und Feinkost schafften wir insgesamt ein Plus von sechs Prozent. Die Absätze in den strategischen Geschäftsbereichen (Zutaten und Lohnfertigung, Instant, Gesundheit) konnten wir um mehr als fünf Prozent steigern. Sie entwickelten sich kontinuierlich und waren – bis auf Gesundheitsprodukte – im Plan.

Trotz der Steigerungen beim Absatz blieb aber die Profitabilität 2016 insgesamt hinter unseren Zielen zurück. Das hat vor allem damit zu tun, dass die erzielten Preise nicht ausreichten, um die Kostenentwicklung aufzufangen. 

Eingesetzte Materialien (G4-EN1): Die Mengen der verwendeten Milchrohstoffe inklusiver Halbfertigwaren ist von 538.629 Tonnen im Jahr 2015 auf 544.889 Tonnen leicht gestiegen. Bei den Nicht-Milch-Rohstoffen inklusiver Habfertigwaren verzeichneten wir ein leichtes Wachstum von 28.837 auf 29.185 Tonnen. Insgesamt haben wir 2016 genau 1,2 Prozent mehr Materialien eingesetzt als im Vorjahr. Wird dieser Wert in ein Verhältnis zum Absatz gesetzt, fällt auf: Die Steigerung des Absatzes war mit 2,4 Prozent überproportional höher als die der eingesetzten Materialien. 

Verwendete Sekundärrohstoffe (G4-EN2): Wir haben 2016 mehr recyceltes Verpackungsmaterial verwendet als im Vorjahr. Es ist aber nur ein vergleichsweise geringer Anstieg von elf Tonnen auf insgesamt 1831 Tonnen. Zugleich ist der prozentuale Anteil von 37,8 Prozent auf 36,8 Prozent gesunken. Das liegt daran, dass der Anteil an Verpackungsmaterial ohne Recyclinganteil gegenüber dem Material mit Recyclinganteil überproportional gestiegen ist. Darauf haben wir jedoch im Einkauf keinen Einfluss, dies hat ausschließlich mit dem Vertrieb zu tun. Unsere Kunden haben weniger Produkte mit Papier- und Kartonverpackungen gekauft, und zugleich ist die Nachfrage nach folienumwickelter Ware gestiegen. 

Unsere Produkte haben wir zu 100 Prozent hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit (G4-PR1) überprüft. Auch verfügen sie zu 100 Prozent über die erforderlichen Informationen und werden entsprechend gekennzeichnet (G4-PR3). Zudem arbeiten alle unsere Produktionsstandorte nach zertifizierten Qualitätsstandards (G4-FP5). Das heißt: Wir haben den hohen Qualitätsstandard auch 2016 erneut gehalten und nach Dritt-Audits sämtliche wichtigen Zertifizierungen wie IFS, BRC und ISO 9001 zu 100 Prozent bekommen.

 

Unsere nachhaltige Produktstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktziele

  • Wir wollen profitables Wachstum in strategischen Geschäftsbereichen erzielen, also vor allem mit Produkten wie Instantgetränken, Gesundheitsprodukten und Milchzutaten sowie in der Lohnfertigung. Bei den klassischen Milchprodukten wie zum Beispiel Käse wollen wir unsere Absatzmenge stabil halten.
  • Bei der gesamten Herstellung unserer Lebensmittel – von der Rohstofflieferung bis zur Fertigung – sorgen wir für ein gutes Sicherheitsniveau und verlässliche Qualität.  
  • Unsere Beschaffung von Rohstoffen und Materialien soll nachhaltiger werden. Das heißt: Beim Einkauf achten wir nicht nur auf Sicherheit und Qualität, sondern auch auf ökologische, soziale und ethische Kriterien.

Qualität

  • Unser prozessorientiertes Qualitätsmanagement begleitet systematisch sämtliche Abläufe, prüft sie auf Fehler und achtet auf die Einhaltung von Produktvorgaben.
  • Uelzena hat die wichtigsten Zertifizierungen: ISO 9001/2008, IFS Food (higher level), BRC (British Retail Consortium), Fairtrade, UTZ, Öko-Verordnung, Koscher und Halal.
  • Der chemisch-physikalische Standard unserer Labore gilt als High-End und umfasst spezielle Untersuchungsverfahren, etwa zur Partikelstruktur. Die Labore sind zertifiziert nach ISO 17025.
  • Für alle Rohstoffe, Zwischenprodukte und Fertigwaren existieren risikobasierte Probenahmen auf der Basis von Prüfplänen. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die vereinbarten mikrobiologischen, chemisch-physikalischen und sensorischen Produkteigenschaften und Qualitätsparameter eingehalten werden.
  • Unser HACCP-Management umfasst: Allergen-Management, EDV-gestützte Instandhaltung und Wartung, Fremdkörper-Management, Hygienekonzept (Zonen und Vorschriften), Schädlingsprophylaxe.  
  • Wir kontrollieren unsere Lieferanten: etwa durch Einholen von Auskünften, Besuchen vor Ort sowie Lieferanten-Audits und -spezifikationen. Zudem stellt Uelzena seine milchbasierten Zutaten und Produkte ausschließlich aus Milchrohstoffen her, die aus Deutschland oder der Europäischen Union stammen.
  • Risikotechnologien wie Gentechnik, Nanotechnologie oder Bestrahlung schließt Uelzena grundsätzlich aus.
  • Packmittel, Packhilfsmittel und Bedarfsgegenstände entsprechen den deutschen und europäischen Vorschriften. Zusätzlich sind lebensmittelrechtliche Unbedenklichkeitserklärungen gemäß VO (EG) 1935/2004 und VO (EG) 10/2011 vorhanden. Auch von den Lieferanten liegen entsprechende Bestätigungen und Zertifikate vor.

Nachhaltige Beschaffung

  • Unsere Milchrohstoffe stammen zu 92 Prozent Mengenanteil (Stand 2016) aus regionaler Erfassung. Die landwirtschaftlichen Betriebe, von denen die Milch stammt, sind nicht weiter als 150 Kilometer von den Uelzena-Werken entfernt.
  • In der zweiten Jahreshälfte 2017 beginnen wir, unsere Milchlieferanten systematisch zu befragen, wie nachhaltig sie ihre Milch erzeugen. Grundlage dieser Befragung auf Hofebene ist das Nachhaltigkeitsmodul Milch. Dabei handelt es sich um einen unter der wissenschaftlichen Leitung des Thünen-Instituts entwickelten Katalog mit mehr als 60 Kriterien, die sich auf die drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökologie, Ökonomie, Soziales) und das Thema Tierwohl beziehen. Unser Ziel: Wir wollen Weiterentwicklungen anregen und Kundenfragen gezielter beantworten können.
  • Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit an, Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau zu beschaffen – gemäß international anerkannter Nachhaltigkeitsstandards wie Fairtrade, UTZ, Rain Forest Alliance und Bio.
  • Wir fordern von unseren Zulieferern Transparenz ein, wenn sie uns Rohstoffe aus sensiblen Erzeugerländern in Asien, Afrika oder Südamerika verkaufen. Zum Beispiel lassen wir uns von den direkten Zulieferern in Europa – das sind meist Zwischenhändler oder Weiterverarbeiter – per Hersteller-Selbstauskunft bestätigen, dass sie in ihren Unternehmen die Menschen- und Arbeitnehmerrechte nach den Vorgaben der Ethical-Trading-Initiative (ETI) achten. Nach und nach werden wir eine solche Bestätigung auch von deren Vorlieferanten einfordern. Und: Mit der Weiterentwicklung des nachhaltigen Beschaffungsmanagements werden wir gegebenenfalls weitere Nachhaltigkeitsaspekte bei den Zulieferern abfragen.
  • Wir kontrollieren unsere Lieferanten risikobasiert. Sollten Angaben auffällig sein, behalten wir uns vor, sie durch unsere Qualitätsmanager direkt in den Betrieben der Zulieferer überprüfen zu lassen.
  • Wir richten uns strategisch aus auf Marktsegemente mit wachsender Konsumenten- und damit auch Kundennachfrage. Deshalb analysieren wir regelmäßig Konsum- und Nachfragetrends und entwickeln Fähigkeiten, Know-how und technische Möglichkeiten, um solche Märkte und Kunden bedienen zu können.
  • Wir pflegen zudem Produkte und Kompetenzen in den Märkten, die kein Wachstumspotenzial haben oder aus strategischen Gründen nicht entwickelt werden sollen, bei denen wir aber eine große Marktbedeutung haben.