Produktion

Streben nach Effizienz

In fünf Jahren haben wir unsere absoluten Treibhausgas-Emissionen um knapp 44 Prozent verringert – und zugleich sind die jährlichen Produktionsmengen deutlich gestiegen. Wir sind also auf einem guten Weg und entkoppeln unser Wachstum von Ressourcenverbräuchen und Emissionen.

Wir wissen: Die Uelzena-Gruppe ist ein ressourcenintensives Unternehmen. Für unsere Produktion benötigen wir nicht nur Agrarrohstoffe, sondern auch größere Mengen an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser und Erdgas als Energieträger. Zugleich entstehen bei der Produktion bislang unvermeidliche Treibhausgas-Emissionen, Abfälle und Abwässer. 

Es ist im Interesse aller, dass wir die Umwelteinwirkungen unserer Produktion möglichst gering halten und effizient mit den natürlichen, zum Teil nicht erneuerbaren Ressourcen umgehen. Dieses Streben nach Effizienz ist Teil unserer Unternehmensverantwortung. Aber natürlich profitieren wir auch als Unternehmen. Denn jede Investition in Effizienz stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Langfristig wollen wir das Wachstum unseres Unternehmens vom Ressourcenverbrauch und den Emissionen entkoppeln. 

Auf diesem Weg haben wir in den letzten Jahren schon einige Erfolge erzielt. Zum Beispiel konnten wir von 2012 bis 2016 unsere absoluten Treibhausgas-Emissionen um knapp 44 Prozent verringern. Das ist in so kurzer Zeit ein sehr gutes Ergebnis. Zum Vergleich: Die Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzplan beschlossen, die deutschen Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. Für die Industrie hat sie bis 2030 als Zwischenziel eine Minderung von rund 50 Prozent ausgegeben, für die Landwirtschaft 34 Prozent. 

Unser Managementansatz: Produktion

Energie, Wasser, Treibhausgas-Emissionen, Abfälle und Abwässer sind die zentralen Nachhaltigkeitsaspekte unserer Produktion. Wie wir mit diesen Aspekten umgehen, fragen sich auch unsere Stakeholder, insbesondere Kunden im Rahmen ihres Lieferketten-Managements, Behörden und Kommunen sowie unsere Mitglieder als Anteilseigner. 

Wir managen diese Nachhaltigkeitsaspekte aktiv. Unsere Ziele sind: die Emissionen und den Ressourcenverbrauch je produzierte Tonne kontinuierlich zu senken und zugleich die Produktivität zu steigern. Das schaffen wir, indem wir ein ganzes Bündel an Maßnahmen umsetzen, zum Beispiel ein systematisches Energiemanagement an allen Produktionsstandorten, den Betrieb eigener Wasser-Kläranlagen oder das Recycling von Abfällen. Dieses Maßnahmenpaket erweitern oder ergänzen wir nach Bedarf.  

Die im Werk Ratzeburg getätigten Investitionen in moderne Technologien steigern sowohl die Produktivität als auch die Energieeffizienz.

Olaf Braumann, Geschäftsführer Produktion & Technik, Schoppe & Schultz

Energie und Emissionen

An allen Standorten haben wir 2016 in Energieeffizienz investiert: Unsere Altmarkt-Käserei (AMK) hat ihr Heizsystem umgestellt und nutzt regenerative Wärme der Stromerzeugung zur Heißwasserbereitung für die Käseformen-Spülmaschine. Jetzt kann sie die Abwärme des werkseigenen Blockheizkraftwerkes noch besser im Betrieb nutzen. In Uelzen verbesserten wir den Nutzungsgrad von Prozesswärme durch neue, effektivere Systeme zur Wärmerückgewinnung. Unser Ratzeburger Werk (Schoppe & Schultz) hat 2016 – nach größeren Effizienzsprüngen 2015 – mehrere kleinere Projekte umgesetzt. Zum Beispiel wurden neue Filter in der Produktaufgabe im Sprühturm eingebaut. In Warmsen hat das Werk die Produktionshalle mit LED-Leuchten ausgestattet und die Energieeffizienz verschiedener Elektromotoren durch eine Frequenzsteuerung verbessert. 

Wasser und Arbeitsproduktivität

Die Altmarkt-Käserei hat ihren Verbrauch an Frischwasser weiter gesenkt, indem sie in Dampfkesseln Brüdenwasser einsetzt. Zudem führt die AMK-Geschäftsleitung die Mitarbeiter seit 2016 mit messbaren Zielen, um Erfolge und Optimierungen noch systematischer umzusetzen. In Uelzen startete im Berichtszeitraum ein groß angelegtes und mehrjähriges Verbesserungsprogramm (Produktion OK 2025), das vor allem auf einen Kompetenzzuwachs der Mitarbeiter und der Führungskräfte abzielt. Das Werk in Warmsen investierte außerdem in die Rationalisierung, etwa in eine neue Stretch-Folien-Wickelmaschine, die hilft, Arbeitszeit zu sparen.

 

Ergebnisse 2016: Produktion

Für 2016 haben wir im Handlungsfeld "Produktion" einen Zielerreichungswert von 99,9 Prozent errechnet. Mit diesem Ergebnis können wir mehr als zufrieden sein. Das bedeutet, dass wir unsere jährlichen, intern festgelegten Etappenziele nahezu vollständig erreicht haben. Diese gute Entwicklung spiegelt sich auch in den verschiedenen ökologischen Einzelindikatoren wider. Fast alle Indikatoren geben an, dass unsere relativen und absoluten Verbräuche und Emissionen im Verhältnis zur Produktionsmenge kontinuierlich sinken, zum größten Teil gilt das auch für die absoluten Zahlen. Siehe auch: Prüfbescheinigung

GRI-Indikatoren

Energieverbrauch innerhalb des Unternehmens (G4-EN3): Der Energieeinsatz ist insgesamt – entsprechend unserer gewachsenen Produktionsmenge – angestiegen, von 241.682.270 Kilowattstunden im Jahr 2015 auf 243.082.118 Kilowattstunden 2016. Die verschiedenen Effizienzmaßnahmen in unseren Werken haben aber dazu geführt, dass sich die Energieintensität (G4-EN5) verbessert hat. Wir verbrauchen nun weniger Energie pro Kilogramm Produkt: Statt 1,229 Kilowattstunden pro Kilogramm im Jahr 2015 waren es 2016 exakt 1,200 Kilowattstunden pro Kilogramm.  

Direkte und indirekte Treibhausgas-Emissionen (G4-EN15 und G4-EN16): Aufgrund der Effizienzmaßnahmen haben sich die absoluten Treibhausgas-Emissionen im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr verringert: von 29.496 Tonnen auf 28.859 Tonnen. Auch die Treibhausgas-Intensität verbesserte sich kontinuierlich seit 2012. Das heißt, wir emittierten 2016 nun 0,142 Kilogramm Treibhausgase je Kilogramm Produkt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 0,150 kg/kg, im Jahr 2012 bei 0,197 kg/kg. Damit konnten wir diesen Wert zwischen 2012 und 2016 um mehr als 51 Prozent verbessern.

Gesamtwasser-Entnahme (G4-EN8): Auch unser Wasserverbrauch entwickelt sich positiv. 2016 liegen wir bei 1.037.194 Kubikmeter, 2015 lag er noch bei 1.082.842 Kubikmeter. Bemerkenswert ist auch hier, dass der Wasserverbrauch je Tonne Produkt seit 2012 stetig sinkt, von 5,60 Kubikmeter pro Tonne im Jahr 2012 auf 5,12 Kubikmeter pro Tonne im aktuellen Berichtszeitraum. 

Gesamtvolumen Abwassereinleitung (G4-EN22): Unser Abwasservolumen betrug 2016 genau 637.914 Kubikmeter, das sind 9293 Kubikmeter weniger als 2015. Auch hier ist die Abwassermenge je Tonne Produkt stetig gesunken, von 3,49 Kubikmeter pro Tonne im Jahr 2012 auf 3,15 Kubikmeter pro Tonne im Jahr 2016. 

Gesamtgewicht Abfall und Entsorgungsmethode (G4-EN23): Gesunken ist ebenfalls das Gesamtgewicht des Abfalls. 2015 waren es 1.348,81 Tonnen, ein Jahr später 1.333,21 Tonnen. Positiv: Der Anteil des recycelbaren, produktionsmengenabhängigen Abfalls erreichte 2016 exakt 77 Prozent, den höchsten Wert seit 2012. 

 

Unsere nachhaltige Produktionsstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktion und Umwelt

  • Wir wollen die Emissionen unerwünschter Stoffe in die Umwelt je produzierte Tonne senken. Mit diesen Emissionen sind sowohl Treibhausgase als auch Abwässer und Abfälle gemeint.
  • Wir möchten den Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser oder Gas je produzierte Tonne stetig weiter verringern.
  • Wir wollen immer produktiver werden.

Energie und Klima

  • Einige Beispiele für umgesetzte Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz weiter gesteigert wurde: neue Wärmerückgewinnungssysteme, leistungsfähige Elektromotoren, sparsame LED-Beleuchtung.
  • Blockheizkraftwerke in Uelzen und Bismark, mit denen wir hocheffizient Wärme, Dampf und Strom für den Eigenverbrauch erzeugen. Der Wirkungsgrad liegt jeweils bei 84 Prozent, das sind 14 Prozent mehr als der Gesetzgeber für diese Kraftwerke vorgibt. Es fallen sogar Stromüberschüsse an, die Uelzena verkauft und in das öffentliche Netz einspeist.
  • Zertifiziertes Energiemanagement nach ISO 50001, mit dem wir an allen Standorten laufend unsere Energieeffizienz verbessern.

Abwässer und Wasser

  • Um Wasser zu sparen, nutzen wir es in der Produktion mehrfach, sofern die hygienischen Standards dies erlauben. Selbst das Dampfkondensat wird zur erneuten Dampferzeugung eingesetzt.
  • Am Standort in Warmsen reinigt unsere eigene Vollkläranlage das Abwasser des Werks. Es erreicht Flusswasser-Qualität.
  • An den anderen Standorten leiten wir die Abwässer an lokale kommunale Kläranlagen. Sowohl die Abwassermenge als auch die Abwasserbelastung wird durch einen Managementprozess mittels werksseitiger Maßnahmen stetig weiter optimiert.

Abfälle

  • Wir trennen unseren Müll und recyceln wiederverwertbare Materialien wie Papier, Holz oder Kunststoffe.
  • Zudem vermeidet Uelzena Abfälle schon soweit möglich im Vorfeld von Lieferungen, etwa durch Absprachen mit Lieferanten.