Produktion

Umbau für die Zukunft

Mit verschiedenen Großprojekten will die Uelzena-Gruppe langfristig ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Umwelteffizienz verbessern. So soll die strategische Ausrichtung auf eine steigende Milchverarbeitung gleichzeitig den relativen Ressourceneinsatz senken.

 2018 war ein Jahr großer Veränderungen für die Uelzena-Gruppe. Am Hauptstandort in Uelzen verwirklichte das Unternehmen gleich mehrere Großprojekte, die seine Kapazitäten erweitern und seine Leistungsfähigkeit steigern. Und weitere darauf aufbauende Maßnahmen starteten mit der Planungsphase.

Investitionen und Modernisierung

Das neue vollautomatische Hochregallager in Uelzen wurde fertiggestellt und hat Ende 2018 den Testbetrieb aufgenommen. Rund 13.000 Paletten finden Platz in dem neuen Lager, dessen Errichtung insgesamt 17 Millionen Euro gekostet hat. Mieten für fremde Lager entfallen künftig, ebenso wie Kosten und CO2-Emissionen (29 Tonnen CO2 pro Jahr), die in der Vergangenheit beispielsweise durch Lkw-Transporte zu und von externen Zwischenlagern entstanden sind.

Zusätzlich investierte das Unternehmen 14 Millionen Euro, um die Trocknungstechnik am Standort Uelzen zu erneuern und auszubauen. Das heißt: Der Magermilchtrocknungsturm hat eine neue Filteranlage erhalten, als Vorstufe arbeiten nun zwei neue Verdampfer, und die Absackanlage wurde modernisiert. Dank der neuen Technik steigt am Hauptstandort in Uelzen die jährliche Produktionskapazität von 18.000 auf 22.000 Tonnen Milchpulver. Zudem sind so künftig Produkte wie etwa besonders keim- und sporenarme Milchpulver für spezielle Anwendungen möglich, die besonders hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Weitere wichtige positive Effekte sind eine bessere Energieeffizienz, geringere Staub-Emissionen (unter zehn Milligramm pro Kubikmeter Abluft) und weniger Lärm-Emission (minus 15 Prozent).

Grundlage der zahlreichen Bau- und Modernisierungsstellen waren und sind verschiedene Projekt- und Arbeitsgruppen. Die Bindung von Personalkapazitäten und Ressourcen über verschiedene Abteilungen hinweg war über einen längeren Zeitraum enorm und dauert auch 2019 bis zum Abschluss der Inbetriebnahmen an.

Mehr Details und vertiefende Informationen zum Investitionsprogramm der Uelzena-Gruppe lesen Sie im Schwerpunktthema.

Neben hohen technischen Qualitätsanforderungen setzen wir mit unseren technischen Abteilungen auch den neuesten Standard im Umweltschutz um. Daran arbeiten wir täglich mit einem engagierten Team hochqualifizierter Mitarbeiter.

Jochen Reinhardt, Leiter Technik

 Energie, Emissionen und Wasser

Neben diesen Großprojekten in Uelzen wurden auch an den anderen Standorten Maßnahmen umgesetzt, die sich positiv auf Ressourcenverbräuche und Emissionen auswirken. Dazu zählen in Warmsen der Austausch von Speisewasserpumpen auf frequenzgesteuerte Pumpen und die Optimierung der Luftsteuerung im Kühlhaus. In Bismark ist es gelungen, die Abwärmenutzung des Blockheizkraftwerks deutlich zu verbessern.

Produktivität

Das Verbesserungsprogramm „Produktion OK 2025“ wird an den Standorten Uelzen und Bismark gut aufgenommen. Dieses auf mehrere Jahre angelegte Programm konzentriert sich auf die Mitarbeiter und die Führungskräfte, insbesondere auf die Organisation und Kommunikation (OK) von Arbeit. Die Ausweitung des Programms in den verschiedenen Abteilungen erfolgte schrittweise, zahlreiche Veränderungen wurden realisiert.

Es zeigen sich auch messbare Erfolge: Im Lohntrockungssegment konnten die Produktionsmengen erheblich ausgedehnt werden, und 2018 erreichte die Uelzena eG die niedrigsten Reklamationskosten seit Beginn der Aufzeichnung. Darüber hinaus sind weitere Verbesserungsmaßnahmen in Planung oder werden bereits umgesetzt. So läuft zum Beispiel derzeit ein Projekt, mit dem die Verwaltungstätigkeiten rund um die Produktion weiter verschlankt werden sollen.

 
 Der Nachhaltigkeitskontext: Warum eine nachhaltige Produktionsstrategie notwendig ist

Die Uelzena-Gruppe ist ein mittelständisches Industrieunternehmen, dass vor allem Milchrohstoffe zu Lebensmitteln wie Butter, Milchpulver oder Käse weiterverarbeitet. 2018 haben wir insgesamt 231.107 Tonnen Produkte hergestellt und abgesetzt – vorwiegend aus Milch. Diese Veredelung ist ein intensiver Prozess und erfordert einen hohen Einsatz an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser und Erdgas als Energieträger. Zugleich emittieren unsere Werke Treibhausgase, Abwasser und Abfälle.

Beispiel Treibhausgase: Mit einem CO2-Ausstoß von knapp 30.000 Tonnen im Jahr 2018 gehört unsere Unternehmensgruppe bundesweit nicht zu den großen Emittenten. Trotzdem werden auch wir unseren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Die Bundesregierung hat beschlossen, bis 2050 die deutschen Emissionen um 80 bis maximal 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken, was eine Verringerung von heute rund 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid auf 250 Millionen Tonnen beziehungsweise 62,5 Millionen Tonnen bedeuten würde. So soll Deutschland zur Mitte des 21. Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral werden.

Wir halten unsere Produktion auf dem neuesten Stand der Technik, um negative Auswirkungen auf die Umwelt bestmöglich zu begrenzen. Jahr für Jahr investiert die Uelzena-Gruppe in Maßnahmen, durch die unsere vier Werksstandorte effizienter, produktiver und sauberer werden. Der willkommene Effekt: Die Maßnahmen verbessern das Input-Output-Verhältnis, der Einsatz von Energie und Ressourcen pro Produkteinheit verringert sich, und die Uelzena-Gruppe verursacht weniger Emissionen.

 Unser Management-Ansatz: Produktion

Energie, Wasser, Treibhausgas-Emissionen, Abfälle und Abwässer sind die zentralen Nachhaltigkeitsthemen in der Produktion. Wie die Uelzena-Gruppe mit diesen Themen umgeht, interessiert auch die Stakeholder des Unternehmens. Das sind insbesondere Kunden aus der Lebensmittelindustrie, die Mitarbeiter, die Mitglieder als Anteilseigner der Uelzena eG, Staat & Institutionen sowie selbstverständlich auch die Anwohner in direkter Nachbarschaft der Werksstandorte.
Die Produktion bearbeitet die relevanten Nachhaltigkeitsthemen aktiv. Die Ziele sind: die Emissionen und den Ressourcenverbrauch je produzierte Tonne kontinuierlich zu senken und zugleich die Produktivität zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

 

Unsere nachhaltige Produktionsstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktion und Umwelt

  • Die Uelzena-Gruppe will die Emissionen unerwünschter Stoffe in die Umwelt je produzierte Tonne senken. Mit diesen Emissionen sind sowohl Treibhausgase als auch Abwässer und Abfälle gemeint.
  • Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser oder Gas je produzierte Tonne soll stetig verringert werden.
  • Die Produktivität soll weiterhin gesteigert werden.

Energie und Klima

  • Einige Beispiele für umgesetzte Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz gesteigert wird: neue Wärmerückgewinnungssysteme, Elektromotoren, LED-Beleuchtung.
  • Blockheizkraftwerke in Uelzen und Bismark, mit denen hocheffizient Wärme, Dampf und Strom für den Eigenverbrauch erzeugt wird. Der Wirkungsgrad liegt jeweils bei 84 Prozent, das sind 14 Prozent mehr als der Gesetzgeber für diese Kraftwerke vorgibt. Und es fallen sogar Stromüberschüsse an, die gegen Entgelt in das öffentliche Netz eingespeist werden.
  • Mit dem zertifizierten Energiemanagement nach ISO 50001 verbessert die Uelzena-Gruppe an allen Standorten laufend ihre Energieeffizienz.

Abwässer und Wasser

  • Die Uelzena-Gruppe trennt Abfälle und recycelt wiederverwertbare Materialien wie Papier, Holz und Kunststoffe.
  • Zudem werden Abfälle so weit wie möglich bereits im Vorfeld von Lieferungen vermieden, etwa durch Absprachen mit Lieferanten.

Abfälle

  • Die Uelzena-Gruppe trennt Abfälle und recycelt wiederverwertbare Materialien wie Papier, Holz und Kunststoffe.
  • Zudem werden Abfälle so weit wie möglich im Vorfeld von Lieferungen vermieden, etwa durch Absprachen mit Lieferanten.

Produktivität

Einführung eines auf mehrere Jahre angelegten Verbesserungsprogramms in der Produktion. Dieses Programm heißt „Produktion OK 2025“ und ist auf Arbeits- und Kommunikationsprozesse sowie auf die Organisation der Zusammenarbeit fokussiert. Ziele: die Motivation und die Kompetenzen der Mitarbeiter zu steigern und kontinuierliche Verbesserungsprozesse anzuregen. In Uelzen fand die Einführung 2016 statt, Bismark folgte 2017.

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