Produktion

Wir wachsen – die Umweltbelastung nicht

Bislang galt: Je stärker Unternehmen wachsen, desto mehr Emissionen verursachen sie und desto höher fällt der Verbrauch an Ressourcen aus. Die Entkoppelung von Geschäftserfolg und steigender Umweltbelastung ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Diesem Ziel sind wir 2015 ein gutes Stück näher gekommen.

Auch 2015 war wieder ein ausgesprochen gutes Jahr für den Klimaschutz durch Uelzena: Wir konnten die Menge an Treibhausgasen gegenüber dem Vorjahr nochmals um 6562 Tonnen verringern. Damit hat die Uelzena-Gruppe ein selbstgestecktes Ziel früher als geplant erreicht – und sogar übertroffen: Die Senkung der CO2-Emissionen von 2012 um 30 Prozent bis 2020. Denn bereits im Jahr 2015 sind unsere absoluten Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 2012 sogar um gut 42 Prozent gesunken – bei gesteigerter Produktion. Das sind gegenüber 2012 insgesamt 21.714 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr, die das Klima belasten. Ein toller Erfolg.

CO2-Emission pro Tonne fast halbiert

Die im Vergleich zu 2014 zusätzlichen starken CO2-Einsparungen liegen vor allem an unserem zweiten eigenen Blockheizkraftwerk in Bismark (siehe Bild oben). Diese Anlage in Sachsen-Anhalt versorgt seit Anfang 2015 unser dortiges Werk – die Altmark-Käserei Uelzena – hocheffizient mit Strom, Wärme und Dampf. Das erste Blockheizkraftwerk steht seit 2013 in Uelzen, und beide haben einen hohen Wirkungsgrad von 84 Prozent. So verbrauchen wir zwar durch die Anlagen mehr Erdgas, aber wir müssen entsprechend weniger Gewerbestrom zukaufen. Und zugleich blieb die konzernweit verbrauchte Strommenge mit 40,2 MWh fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr.

Das geplante Absatzwachstum in den strategischen Geschäftsbereichen soll zunehmend von deren ökologischen Wirkungen entkoppelt werden, zum Beispiel durch eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen pro Tonne hergestelltem Produkt. Daher haben wir uns in den Jahren 2012 bis 2015 vor allem auf eine optimale Erzeugung der in der Gruppe benötigten Mengen an Strom, Wärme und Dampf ausgerichtet.

Dr. Peter Fichtl, Geschäftsführer Produktion und Technik

Die Blockheizkraftwerke sind ein Teil mehrerer Maßnahmen, mit denen wir unerwünschte Umwelt-Effekte wie Treibhausgas-Emissionen so weit wie möglich verringern möchten. Denn wir wissen, dass die Herstellung unserer Produkte energie- und ressourcenintensiv ist. Unser Kernziel lautet daher: In den strategischen Geschäftsbereichen soll der Absatz der Uelzena-Gruppe wachsen, nicht aber die Menge der anfallenden Emissionen oder der Verbrauch an Energie und Wasser. Die Zahlen zeigen: Der eingeschlagene Weg ist richtig. Pro Kilogramm hergestelltem Produkt haben sich die CO2-Emissionen der Uelzena-Gruppe gegenüber 2012 fast halbiert, von 293 auf 150 Gramm.

Zertifiziertes Energiemanagement

Wir prüfen laufend, inwieweit durch innovative Energiekonzepte auch an den anderen Werksstandorten Verbesserungen erreicht werden können. Künftige Fortschritte werden wir vor allem durch einen sparsameren Energieverbrauch erzielen. Dabei hilft uns das Energiemanagement nach ISO 50001, das wir im Jahr 2015 in der gesamten Unternehmensgruppe erfolgreich etabliert und zertifiziert haben. Damit setzen wir unseren erfolgreichen Weg des Klima- und Ressourcenschutzes fort.

Weniger Abwässer, konstantes Recycling

Erfolgreich sind auch unsere Maßnahmen, mit denen wir die relative Menge unserer Abwässer verringert haben. Diese sank 2015 unternehmensweit um 1,1 Prozent – bei weitgehend unveränderter Leistung unserer Produktion. Gegenüber 2012 konnten wir diese Menge sogar um 14,3 Prozent mindern. Erfreulich: Im selben Zeitraum wurde die Abwasserbelastung je Kilogramm produziertem Produkt um 26 Prozent reduziert. In keinem der Werke musste die Uelzena-Gruppe eine Starkverschmutzer-Abgabe zahlen. Selbstverständlich haben wir auch im aktuellen Berichtszeitraum die notwendigen Umweltvorschriften eingehalten, Bußgelder oder Strafen wegen Missachtung gab es keine. Wegen der Herstellung größerer Mengen koscher produzierter Produkte, bei der kein rückgewonnenes Wasser eingesetzt werden kann, ist unser Verbrauch an Frischwasser leicht angestiegen. Doch er liegt bezogen
auf die Produktionsmenge immer noch um 5,5 Prozent niedriger als 2012. Zudem sind in diesem Jahr etwas mehr Abfälle angefallen, rund 52 Tonnen. Dabei ist der Anteil des recycelbaren, wiederverwertbaren Mülls gegenüber 2014 konstant geblieben.

 

Unsere nachhaltige Produktionsstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktion und Umwelt

  • Wir wollen die Emissionen unerwünschter Stoffe in die Umwelt je produzierte Tonne senken. Mit diesen Emissionen sind sowohl Treibhausgase als auch Abwässer und Abfälle gemeint.
  • Wir möchten den Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser oder Gas je produzierte Tonne stetig weiter verringern.
  • Wir wollen immer produktiver werden.

Energie und Klima

  • Blockheizkraftwerke in Uelzen und Bismark, mit denen wir hocheffizient Wärme, Dampf und Strom für den Eigenverbrauch erzeugen. Der Wirkungsgrad liegt jeweils bei 84 Prozent, das sind 14 Prozent mehr als der Gesetzgeber für diese Kraftwerke vorgibt. Es fallen sogar Stromüberschüsse an, die Uelzena verkauft und in das öffentliche Netz einspeist.
  • Zertifiziertes Energiemanagement nach ISO 50001, mit dem wir an allen Standorten laufend unsere Energieeffizienz verbessern.

Abwässer und Wasser

  • Um Wasser zu sparen, nutzen wir es in der Produktion mehrfach, sofern die hygienischen Standards dies erlauben. Selbst das Dampfkondensat wird zur erneuten Dampferzeugung eingesetzt.
  • Am Standort in Warmsen reinigt unsere eigene Vollkläranlage das Abwasser des Werks. Es erreicht Flusswasser-Qualität.
  • An den anderen Standorten leiten wir die Abwässer an lokale kommunale Kläranlagen. Sowohl die Abwassermenge als auch die Abwasserbelastung wird durch einen Managementprozess mittels werksseitiger Maßnahmen stetig weiter optimiert.

Abfälle

  • Wir trennen unseren Müll und recyceln wiederverwertbare Materialien wie Papier, Holz oder Kunststoffe.
  • Zudem vermeidet Uelzena Abfälle schon soweit möglich im Vorfeld von Lieferungen, etwa durch Absprachen mit Lieferanten.