Unternehmen

Trotz Gegenwind weiter auf Erfolgskurs

Der niedrige Milchpreis macht der Branche zu schaffen – auch uns und unseren Mitgliedern. Dennoch wächst die Uelzena-Gruppe, weil sie ein gesundes, gut aufgestelltes Unternehmen ist. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass Uelzena zu den Leistungsfähigsten der Branche zählt.

Bei 29,29 Cent pro Kilogramm lag 2015 der durchschnittliche Milchpreis in Deutschland. Damit fiel er unter die für Milcherzeuger wichtige Marke von 30 Cent. Auch Uelzena konnte sich diesem Branchentrend trotz seines geschäftlichen Erfolgs nicht entziehen – allerdings zahlen wir mit 29,16 Cent pro Kilogramm Rohmilch weiterhin besser als der Durchschnitt norddeutscher Molkereien. Was sind die Gründe für den Verfall des allgemeinen Milchpreises?

Da die ehemals regionalen Milchmärkte zu einem globalen Weltmarkt verwachsen sind, verstärken sich die Einflüsse auf den Preis und machen ihn schwankungsanfälliger. Dass er momentan so niedrig ist, hängt mit dem weltweit großen Angebot an Milch und einer schwächelnden Nachfrage zusammen.

Großes Angebot, schwache Nachfrage

In den letzten Jahren sind die weltweit produzierten Milchmengen kräftig gestiegen, von rund 762 Millionen Tonnen 2012 auf mehr als 800 Millionen im Jahr 2015. Auch Europa trägt zu dieser Situation bei. Denn in der EU sind die produzierten Mengen ebenfalls gewachsen, zwischen 2010 und 2014 von rund 149 auf knapp 160 Millionen Tonnen. Und seit dem Fall der Milchquote am 15. April 2015 sind allein in der EU nochmals 5,3 Millionen Tonnen Milch zusätzlich auf den Markt gekommen (Stand Februar 2016). Die Exporte der EU erreichten daher 2015 ein neues Rekordniveau, während Deutschland seine Exportmengen behaupten konnte. Auch andere Länder außerhalb Europas wie die USA, Indien oder Neuseeland steigerten ihre Produktion. Insbesondere Neuseeland, das traditionell viel mehr Milch erzeugt, als seine Bevölkerung verbraucht, platzierte seine wachsenden Überschüsse auf dem Weltmarkt.

Doch während das Angebot weltweit steigt, schwächelt die globale Nachfrage. Für die deutsche Milchbranche ist das ein Problem. Denn Deutschland exportiert etwa die Hälfte seiner Produktion und ist deshalb von der Entwicklung in den europäischen Nachbarländern und auf dem Weltmarkt abhängig. Insbesondere die schwache Nachfrage aus China und Russland bereitet aktuell Sorgen. Denn beide Länder sind wichtige Absatzmärkte für Milchprodukte. China importierte 2015 rund 2,7 Millionen Tonnen weniger Milchprodukte, in Russland sank die eingeführte Menge innerhalb von zwei Jahren ebenfalls um etwa 2,7 Millionen Tonnen. Auch die Nachfrage der Öl exportierenden Staaten wuchs nicht. Stattdessen sprangen andere Länder als Abnehmer ein, konnten aber aufgrund des großen Angebots Preisnachlässe aushandeln.

Uelzenas Erfolgsrezept

Das niedrige Preisniveau hat Folgen für Uelzena. Es drückte 2015 unseren konsolidierten Umsatz um 31 Millionen Euro auf 526 Millionen Euro. Von diesem Trend in der Branche konnten wir uns nicht abkoppeln. Alle anderen wesentlichen wirtschaftlichen Kennzahlen haben sich jedoch verbessert. Beispielsweise sind unsere Absätze bei den wichtigsten Produktgruppen um 20 Prozent gestiegen. Nur wirtschaftlich gesunde und erfolgreiche Unternehmen sind zu einer derart starken Leistungssteigerung fähig.

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Uelzena-Gruppe bildet das notwendige Fundament einer nachhaltigen, verantwortlichen und integren Unternehmenspolitik.

Uwe Radke, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb

Unser Erfolgsrezept lautet: Die Unternehmensgruppe – die Uelzena eG (eingetragene Genossenschaft) als Muttergesellschaft mit Hauptsitz in Uelzen sowie die fünf operativen Tochtergesellschaften – gilt in der Branche als einer der führenden Problemlöser bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln und der Veredelung von Milch. Dank jahrzehntelanger Erfahrung und modernster Produktionstechnologie können wir unseren gewerblichen und industriellen Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Das ist eine unserer besonderen Stärken, die Kunden schätzen und sich deshalb am Markt bezahlt machen.

50 Prozent plus seit 2012

Unsere Verkaufszahlen steigen stetig, nicht nur 2015. Seit 2012 konnten wir unser Geschäft nahezu um die Hälfte ausbauen. Dieser Erfolg zeigt sich in vielen Geschäftsbereichen, etwa bei den Zutaten für die Lebensmittelindustrie, den Instantgetränken oder den Gesundheitsprodukten. Unsere langfristige Strategie – Diversifizieren und Wachsen in strategischen Geschäftsbereichen – greift und geht damit auf.

Positiv ist auch, dass wir unseren Mitgliedern und Vertragslieferanten 2015 deutlich mehr Milchrohstoffe abgenommen haben als 2014. Die Anlieferungen stiegen um 21,7 Millionen Kilogramm, das entspricht einer Steigerung von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da wir mehr absetzen, können wir unseren Mitgliedern auch nach dem Ende der Milchquote weiterhin die Abnahme ihrer Milchrohstoffe zusichern. Und wir haben auch 2015 wieder neue Mitarbeiter eingestellt, sodass die Gesamtzahl der Beschäftigten erneut leicht gestiegen ist.

Wirtschaftlich unabhängig

Darüber hinaus haben wir unsere Eigenkapital-Quote auf fast 36 Prozent erhöht. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Quote des deutschen Mittelstands lag 2014 bei knapp 30 Prozent. Es ist ein bilanzieller Puffer, der uns vor den aktuellen geschäftlichen Risiken der Branche schützt. Das Ziel dieser Ausrichtung: Wir wollen dauerhaft zu den leistungsfähigsten Unternehmen der Branche gehören.

Nur wenn wir als Unternehmen wirtschaftlich unabhängig und leistungsfähig bleiben, können wir die Erwartungen an uns bestmöglich erfüllen, etwa gegenüber unseren Genossenschaftsmitgliedern und Lieferanten, als Arbeitgeber, Steuerzahler, regionaler Wirtschaftsmotor und Hersteller von hochwertigen Lebensmitteln.

 

Unsere nachhaltige Unternehmensstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Unternehmensziele

  • Für unsere Mitglieder ein wettbewerbsfähiges Milchgeld erwirtschaften und ihnen Abnahmesicherheit bieten.
  • Nicht kurzfristig Profite maximieren, sondern dauerhaft gute Unternehmensergebnisse erzielen.
  • Die Selbstständigkeit als Unternehmensgruppe langfristig erhalten.

Angebotsprofil

Die Uelzena-Gruppe realisiert ein spezielles Angebotsprofil. Das heißt: Jenseits der klassischen Milchzutaten und Milchprodukte wie Milchpulver, Butter, Butterfett, gezuckerte Kondensmilch oder Käse haben wir eine erweiterte Leistungs- und Produktpalette: Dazu gehören zum Beispiel Instantgetränke (etwa kakao- und kaffeehaltige Getränkepulver), Gesundheitsprodukte wie Sportlernahrung und Gewichtsdiäten sowie die Lohntrocknung von anderen Rohstoffen. Diese Maßnahme soll dem Unternehmen eine überdurchschnittliche Wertschöpfung und stärkere Unabhängigkeit von den klassischen milchwirtschaftlichen Märkten sichern.

Eigenkapital-Quote

Uelzena strebt eine hohe Eigenkapital-Quote an – 2015 stieg sie auf fast 36 Prozent. Zum einen ist sie ein Indikator für die Banken und damit wichtig für die (Fremd-)Finanzierung der geschäftlichen Entwicklung (Investitionen, Vorräte, Forderungen). Zum anderen dient sie als bilanzieller Puffer, damit sich unser Unternehmen leichter und eigenständig vor möglichen geschäftlichen Risiken schützen kann. Diese Maßnahme ist ein wichtiger Baustein unserer nachhaltigen Unternehmensstrategie für eine gesunde und erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmensgruppe.