Produktion

Investitionen in umweltschonende Technologien

Verluste vermeiden und Effizienzen erhöhen – durch ständige Optimierung der Prozesse und technische Anpassungen der Anlagen verfolgt Uelzena dieses Ziel und verringert kontinuierlich negative Effekte auf die Umwelt. Corona-bedingt war jedoch die Produktionsauslastung in 2020 rückläufig und der relativ hohe energetische Grundbedarf trug dazu bei, dass eine Verbesserung der Umweltkennzahlen nicht erreicht werden konnte.

.Energieeffizientere Produktion

Fortlaufend investiert die Uelzena-Gruppe an allen Werksstandorten in Maßnahmen, um die Produktion effizienter und produktiver zu gestalten und zeitgleich negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Im Bereich der Dampferzeugung wurde der Wirkungsgrad durch Optimierungen an der Kesselspeisewassererhitzung und Austausch eines Brenners erhöht, was einen verminderten Energieverbrauch zur Folge hat. Am Standort Ratzeburg wurde ebenfalls in die Modernisierung der Dampferzeugung investiert, wodurch sowohl eine Verringerung der Lärmemissionen als auch Energieeinsparungen erzielt werden konnten. Zur kontinuierlichen Verbesserung der Energieeffizienz und Reduzierung des Energieverbrauches wurde das seit 2013 bestehende Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 für eine Neufassung der Norm zertifiziert. Diese schafft zusätzliche Transparenz für das Optimieren von Prozessen und bietet zudem eine verbesserte Anschlussfähigkeit an weitere Managementsysteme. Im Berichtsjahr hat Uelzena vorbereitende Maßnahmen für weitere Energieeinsparungen getroffen, wie beispielsweise am Standort Uelzen der Austausch der Motoren im Blockheizkraftwerk, die Optimierung der Kälteerzeugung sowie der Aufbau einer Wärmeschaukel. Allein durch die Umstellung des Eiswasserbeckens auf eine Direktkühlung sinkt dort der Energieverbrauch um bis zu 16 Prozent. Die Auswirkungen werden sich jedoch erst in den Folgejahren in den Kennzahlen zum Energieverbrauch und den Treibhausgasemissionen niederschlagen.

Kommentierung

Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bezogen auf die Produktionsmenge in kg (Intensität). Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bezogen auf die Gesamttonnage im Basisjahr 2012 betrug 42,4 Prozent.

.Richtungsweisendes Investitionsprojekt

Bei der Projektplanung für den neuen Sprühtrocknungsturm wurde besonders großen Wert auf eine möglichst energieeffiziente und ressourcensparende Konzeption gelegt, was sich nun in der Umsetzung widerspiegelt. Der Sprühturm wird eingehaust und isoliert, um Wärmeverluste zu verringern und Energie zu sparen. Wärmetauscher in den Lüftungsanlagen sorgen für eine effektive Zuluft-Vorwärmung durch Rückgewinnung von Wärme aus der Abluft. Wo immer es geht, wird die eingesetzte Prozesswärme zurückgewonnen und Verluste auf ein Mindestmaß reduziert. Zudem werden frequenzgeregelte Brenner im Kesselhaus für eine gassparende Dampferzeugung sorgen. Das gesamte Werk wird mit moderner energiesparender LED-Beleuchtung ausgestattet. Vorhandene Elektromotoren, zum Beispiel für Pumpen, werden mit Frequenzumrichtern versehen, so dass deren Leistung automatisiert und bedarfsgerecht über die Anlagensteuerung angepasst wird. Alle Reinigungsprozesse werden ressourcenschonend optimiert und durch den Einsatz von verschiedenen Technologien auf ein Minimum reduziert. Zudem sind eine Reihe von Maßnahmen geplant, die geringe Staub- und Schallemissionen ermöglichen.

Gewinnmaximierung und Umweltschutz sind nicht gegensätzlich. Eine höhere Effizienz in der Produktion und der wirtschaftlichere Einsatz von Energieträgern sind gut für das Portemonnaie und den Planeten!

Dr. Peter Fichtl, Geschäftsführer Produktion & Technik, Uelzena

Wasser, Abwasser und Abfall

Der ressourcenschonende Umgang mit Wasser spielt bei den Herstellungsprozessen eine wesentliche Rolle. Denn Wasser wird sowohl für die Produktion, die Dampferzeugung, die Kühlung als auch für die Reinigung der Anlagen benötigt. Bedingt durch die Produktvielfalt der Gruppe, die auch koscher und halal beinhaltet, kommt es in diesem Zusammenhang zu einem erhöhten Reinigungsaufkommen. Insbesondere im Eindampferbereich wurde daher kontinuierlich an der Optimierung von Reinigungsprozessen gearbeitet. Im Berichtsjahr wurden vorbereitende Maßnahmen für eine Erweiterung der Wasseraufbereitungskapazität von Brunnenwasser getroffen. Neben dem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser ist es ebenfalls Ziel, die Menge an Abwasser und die Abwasserbelastung zu senken. In 2020 wurden alle Abwasservorgaben eingehalten. Im Zuge der Errichtung des neuen Sprühtrocknungsturms wurde mit der Planung einer Abwasservorbehandlungsanlage begonnen, die die Abwasserbelastung um 10 bis 15 Prozent reduzieren wird. Bei dem Thema Abfall gilt für die Uelzena-Gruppe der Ansatz, vermeiden, verringern und wiederverwerten. Dabei spielen der Einsatz von Mehrwegsystemen bei der Rohstoffbeschaffung und die Wiederverwertbarkeit der Wertstoffe eine entscheidende Rolle.

 
Ausblick 2021

Viele der vorbereitenden Maßnahmen hinsichtlich der Steigerung der Energieeffizienz werden erst im Jahr 2021 Früchte tragen und sich dann in geringeren Kosten als auch verbesserten Energiekennzahlen widerspiegeln. Die Fertigstellung der Agglomerationsanlage in Ratzeburg und der Bau der Sprühtrocknungsanlage in Uelzen als zentrale Investitionsprojekte werden weiterhin im Fokus stehen. Mit Blick auf eine Ausweitung der Produktionskapazitäten werden die Themen Wasser und Abwasser verstärkt bearbeitet. Die im Januar 2021 in Deutschland eingeführte CO2-Bepreisung wird die Produktionskosten energieintensiver Prozesse, wie zum Beispiel die Sprüh- und Lohntrocknung, deutlich steigern. Um fossile Brennstoffe einzusparen, wird der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Wirkungsgrade zur Dampf- und Kälteerzeugung liegen.

 

 
 Der Nachhaltigkeitskontext: Warum eine nachhaltige Produktionsstrategie notwendig ist

Die Uelzena-Gruppe ist ein mittelständisches Industrieunternehmen, dass vor allem Milchrohstoffe zu Lebensmitteln wie Butter, Milchpulver oder Käse weiterverarbeitet. 2020 wurden knapp 227.000 Tonnen Produkte hergestellt und abgesetzt – vorwiegend aus Milch. Diese Veredelung ist ein intensiver Prozess und erfordert einen hohen Einsatz an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser und Erdgas als Energieträger. Zugleich emittieren unsere Werke Treibhausgase, Abwasser und Abfälle.

Beispiel Treibhausgase: Mit einem CO2-Ausstoß von knapp 30.000 Tonnen im Jahr 2020 gehört die Uelzena-Gruppe bundesweit nicht zu den großen Emittenten. Seit 2012 konnten die CO2-Emissionen je produzierter Tonne um 48 Prozent reduziert werden. Trotzdem wird auch die Uelzena-Gruppe ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Die Bundesregierung hat beschlossen, bis 2045 klimaneutral zu werden.

Die Uelzena hält die Produktion auf dem neuesten Stand der Technik, um negative Auswirkungen auf die Umwelt bestmöglich zu begrenzen. Jahr für Jahr investiert die Uelzena-Gruppe an ihren vier Werksstandorten in Maßnahmen, durch die diese noch effizienter, produktiver und sauberer werden. Der willkommene Effekt: Die Maßnahmen verbessern das Input-Output-Verhältnis, der Einsatz von Energie und Ressourcen pro Produkteinheit verringert sich, und die Uelzena-Gruppe verursacht weniger Emissionen.

 Unser Management-Ansatz: Produktion

Energie, Wasser, Treibhausgasemissionen, Abfälle und Abwässer sind die zentralen Nachhaltigkeitsthemen in der Produktion. Wie die Uelzena-Gruppe mit diesen Themen umgeht, interessiert auch die Stakeholder des Unternehmens. Das sind insbesondere Kunden aus der Lebensmittelindustrie, die Mitarbeiter, die Mitglieder als Anteilseigner der Uelzena eG, Staat & Institutionen sowie selbstverständlich auch die Anwohner in direkter Nachbarschaft der Werksstandorte.
Die Produktion bearbeitet die relevanten Nachhaltigkeitsthemen aktiv. Die Ziele sind: die Emissionen und den Ressourcenverbrauch je produzierte Tonne kontinuierlich zu senken und zugleich die Produktivität zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

 

Unsere nachhaltige Produktionsstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktion und Umwelt

  • Die Uelzena-Gruppe will die Emissionen unerwünschter Stoffe in die Umwelt senken. Mit diesen Emissionen sind sowohl Treibhausgase als auch Abwässer und Abfälle gemeint.
  • Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser oder Gas soll stetig verringert werden.
  • Die Wirtschaftlichkeit soll weiterhin verbessert werden.

Energie und Klima

  • Einige Beispiele für umgesetzte Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz gesteigert wird: neue Wärmerückgewinnungssysteme, Elektromotoren, LED-Beleuchtung.
  • Blockheizkraftwerke in Uelzen und Bismark, mit denen hocheffizient Wärme, Dampf und Strom für den Eigenverbrauch erzeugt wird. Der Wirkungsgrad liegt jeweils bei 84 Prozent, das sind 14 Prozent mehr als der Gesetzgeber für diese Kraftwerke vorgibt. Und es fallen sogar Stromüberschüsse an, die gegen Entgelt in das öffentliche Netz eingespeist werden.
  • Mit dem zertifizierten Energiemanagement nach ISO 50001 verbessert die Uelzena-Gruppe an allen Standorten laufend ihre Energieeffizienz.

Abwässer und Wasser

  • Die Produktion nutzt Wasser mehrfach, unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften. Selbst das Dampfkondensat wird zur erneuten Dampferzeugung eingesetzt.
  • Optimierung der Reinigungsprozesse im Eindampferbereich.
  • Am Standort in Warmsen reinigt eine eigene Vollkläranlage das Abwasser des Werks. Es erreicht Flusswasser-Qualität.
  • An den anderen Standorten werden die Abwässer an lokale kommunale Kläranlagen abgegeben. Sowohl die Abwassermenge als auch die Abwasserbelastung wird durch einen Management-Prozess mittels werksseitiger Maßnahmen stetig weiter optimiert.

Abfälle

  • Die Uelzena-Gruppe trennt Abfälle und recycelt wiederverwertbare Materialien wie Papier, Holz und Kunststoffe.
  • Zudem werden Abfälle so weit wie möglich im Vorfeld von Lieferungen vermieden, etwa durch Absprachen mit Lieferanten.

Produktivität

Einführung eines auf mehrere Jahre angelegten Verbesserungsprogramms in der Produktion. Dieses Programm heißt „Produktion OK 2025“ und ist auf Arbeits- und Kommunikationsprozesse sowie auf die Organisation der Zusammenarbeit fokussiert. Ziele: die Motivation und die Kompetenzen der Mitarbeiter zu steigern und kontinuierliche Verbesserungsprozesse anzuregen. In Uelzen fand die Einführung 2016 statt, Bismark folgte 2017, in Ratzeburg ist die Einführung für 2021 geplant.

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