Schwerpunktthema 2018

120 Millionen Euro für den Unternehmensausbau

Die Uelzena-Gruppe investiert seit Ende 2017 in beträchtlichem Umfang in neue Produktionsanlagen und technische sowie bauliche Modernisierungen. So rüsten wir uns für die Zukunft, um weiterhin dem genossenschaftlichen Auftrag als zuverlässiger Milchabnehmer gerecht zu werden. Gleichzeitig steigern wir damit die Leistungsfähigkeit der Uelzena-Gruppe für unsere Kunden.

Grelle Scheinwerfer tauchen die Straße und die nachtdunkle Umgebung in taghelles Licht. Ein großer Schwerlastkran hebt an armdicken Stahlseilen ein riesiges Metallungetüm langsam über eine Eisenbahnbrücke. Was aussieht wie eine Weltraumkapsel, ist ein Industriefilter mit den Ausmaßen eines kleinen Reihenhauses: 15 Meter hoch, 6 Meter im Durchmesser und 20 Tonnen schwer. Ein umständliches Manöver, aber unumgänglich: Die Brücke ist zu niedrig für den Schwertransporter und seine Fracht.

Diese logistische Herausforderung stand Ende August 2018 auf dem Projektplan. Es war der spektakulärste Teil einer langen Reise, die vom polnischen Produktionsstandort per Schiff und Schwertransporter bis zu unserem Werksgelände nach Uelzen führte. Hier wurde der Industriefilter in den Milchpulverturm 5 eingebaut.

Der neue Filter und der Umbau des Turms 5 sind Teil des größten Entwicklungsprogramms der Uelzena-Gruppe. 120 Millionen Euro investiert das Unternehmen in neue Anlagen und eine Modernisierung der technischen Ausstattung – verteilt über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Mehr Landwirte, produktivere Höfe

Die Investitionen in neue Technik sowie in Lager- und Produktionskapazitäten stehen auf drei Säulen:

  • Die jährliche gelieferte Milchmenge der Mitglieder der Uelzena-Genossenschaft wächst kontinuierlich. Viele Milcherzeuger steigern fortwährend ihre Produktion, und unsere Sammelgenossenschaften haben zusätzliche Milcherzeuger aufgenommen. Durch den engen Dialog der Uelzena eG mit den Mitgliedsmolkereien und den Milcherzeugern ist die Prognosesicherheit zur Liefermenge außergewöhnlich hoch.
  • Die Uelzena-Gruppe will die Wertschöpfung ihrer Produktgruppen Käse und Molke sowie Butter und Magermilchpulver weiterentwickeln: Die Produktionskapazitäten werden so ausgebaut, dass Produkte in größeren Mengen und in noch besserer Qualität hergestellt werden können. Zusätzlich zu der Qualitätssteigerung soll auch eine optimierte Vermarktung dafür sorgen, dass eine verbesserte Wertschöpfung erzielt wird.
  • Die 1992 in Betrieb genommene Käserei in Bismark (Sachsen-Anhalt) bedarf einer grundlegenden Erneuerung. Im Rahmen dieser Ersatzinvestition wird die Kapazität in einem ersten Schritt von 32.000 Tonnen auf 48.000 Tonnen ausgeweitet.

„Die Erweiterung der Käserei in Bismark bildet die Basis für eine regionale Verwertung unserer Milch und ist zugleich eine existenzsichernde Perspektive für die Milcherzeuger.“

Frank Schuppert, Landwirt und Aufsichtsratsvorsitzender Uelzena eG

TURM-5-AUSBAU

Modernisierte Milchtrocknung und neues Lager

Ein wichtiges Teilprojekt des Investitionsprogramms ist die Modernisierung der Milchtrocknung in Uelzen. 2018 konnte bereits der Filter für die Abluft von Turm 5 eingebaut und getestet werden. 2019 nehmen überdies zwei neue Verdampfer den Betrieb auf, als Vorstufe der Milchtrocknung in einem neu errichteten Gebäude. Damit die beiden Verdampfer reibungslos arbeiten können, mussten zuvor rund 7000 Meter Rohr und 5000 Bauteile wie Pumpen, Ventile und Wärmetauscher montiert werden. Als Abschluss dieses Teilprojekts folgt – ebenfalls 2019 – die Erneuerung der Absackanlage.

Damit steht am Standort Uelzen für 14 Millionen Euro eine rundum modernisierte und erweiterte Trocknungstechnik. Die Anlage kann statt wie bisher 18.000 Tonnen rund 22.000 Tonnen Milchpulver pro Jahr herstellen – und das unter anderem in den von Kunden definierten besonders keim- und sporenarmen Qualitäten. Die optimierte Trocknungsanlage wird komplettiert durch eine neue high-care Abfülllinie. Weitere wichtige Vorteile: Die Anlage stößt deutlich weniger Staub aus (weniger als zehn Milligramm pro Kubikmeter), hat einen um 15 Prozent niedrigeren Geräuschpegel und eine höhere Energieeffizienz.

Weithin sichtbar im Norden von Uelzen ist das neue Hochregallager, das seit Anfang 2019 in Betrieb ist: 37 Meter hoch, 122 Meter lang, rund 13.000 Palettenplätze. Das Einlagern und das Herausholen erfolgen vollautomatisch. Dieser automatisierte Ablauf ermöglicht einen Umschlag von 1.300 Paletten pro Tag, also zehn Prozent der gesamten Lagerkapazität. 17 Millionen Euro hat das Hochregallager gekostet. Im Gegenzug spart die Uelzena-Gruppe künftig die Mieten für Fremdlager und die Kosten für Lkw-Transporte, die bisher für die Fahrten zwischen den verschiedenen Lagerflächen entstanden sind. Auch die CO2-Emissionen für diese Lkw-Fahrten entfallen – immerhin 29 Tonnen jährlich.

DIE NEUEN VERDAMPFER

Alles neu: Sprühtrocknungstechnik für Uelzen, Agglomeration für Ratzeburg

Das Nicht-Milch-Geschäft (Instantgetränke, Lohntrocknung, Gesundheitsprodukte) bleibt bedeutender Teil der Unternehmensstrategie. Um weiteres Wachstum zu generieren, beginnt in Uelzen 2019 die Planung für den Bau des neuen Turms 12 mit modernster Sprühtrocknungstechnik etwa für Vitamine und Mineralien.

Auch am Standort Ratzeburg (H. Schoppe & Schultz GmbH & Co. KG) startet 2019 ein großes Investitionsprojekt: der Ausbau der Agglomeration. Bei diesem Verfahren werden feinste Pulverpartikel mit Wasserdampf zu größeren Partikeln miteinander „verklebt“, um zum Beispiel definierte Eigenschaften bei Löslichkeit, Dosierbarkeit und Rieselfähigkeit zu erhalten.

Geplant sind neben der Agglomerationsanlage auch die Erweiterung der Produktionsfläche, die Modernisierung und Ergänzung der Verpackungsanlagen sowie die Spiegelung des Lagers. Wenn alles fertig ist, können am Standort drei Agglomerationsanlagen gefahren werden – mit einem Plus von 5.500 Tonnen Produktionskapazität. Die Gesamtkapazität für Instantgetränkepulver der Werke in Uelzena und Ratzeburg erhöht sich damit auf rund 40.000 Tonnen pro Jahr. Geplant ist zudem, in Ratzeburg neben Kakaopulver künftig auch Milchpulver zu agglomerieren.

Erfolgsfaktor bei allen Projekten: Mitarbeiter

Das laufende Investitionsprogramm beinhaltet jede Menge Planungsarbeit. Denn jedes kleinere und große Teilprojekt durchläuft mehrere Phasen – von der Planung und Ausschreibung über den Bau bis hin zur Inbetriebnahme. Die Großprojekte in Uelzen haben erwartungsgemäß überdurchschnittlich viele Ressourcen gebunden. Außer den Uelzena-Mitarbeitern aus Produktion und Technik waren auch viele externe Dienstleister auf den Großbaustellen tätig, darunter beispielsweise Fassadenbauer, Dachdecker, Rohrleitungsmonteure, Maler und Fliesenleger.

Die Grundsteine für die Umsetzung des wirtschaftlichen Unternehmensausbaus der Uelzena-Gruppe sind also gelegt. Ziel sind langfristig belastbare, zukunftsfähige Strukturen für eine regionale, mittelständische Molkerei. Dabei gilt immer: klein genug, um flexibel auf Anforderungen einzugehen, groß genug, um professionell zu arbeiten.

DAS HOCHREGALLAGER

 

INVESTITIONSPROGRAMM

Das neue Hochregallager

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BEREITS ERREICHTE MEILENSTEINE DES INVESTITIONSPLANS


ab dem 2. Halbjahr 2017

Erarbeitung eines mittelfristigen Strategie- und Investitionsplans (Mehrjahresinvestitionsplan) für die gesamte Uelzena-Gruppe – unter Einbeziehung aller Geschäftsbereiche, Werksstandorte und Führungskräfte


Ende 2017

Baubeginn des Hochregallagers am Standort Uelzen mit Platz für rund 13.000 Paletten

 


 

Start eines Neubaus für Milchpulver-Trocknungstechnik (zwei neue Verdampfer und eine Filteranlage)


Januar 2019

Fertigstellung und Inbetriebnahme des vollautomatisierten Hochregallagers am Standort Uelzen


Mitte 2019

Fertigstellung und Inbetriebnahme der modernisierten Milchtrocknung am Standort Uelzen


1. Halbjahr 2019

Planungsbeginn zum Bau von Turm 12 in Uelzen

 


 

Planungsbeginn des Ausbaus der Agglomeration in Ratzeburg


2. Halbjahr 2019

Baubeginn zur Erweiterung der Käserei in Bismark


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