Regionale Verantwortung

Unser Herz schlägt in Norddeutschland

98 Prozent unserer Ausgaben für Rohmilch gehen an regionale Milcherzeuger. Dies ist nur einer von mehreren Werten, die dokumentieren, wie stark wir zu einer positiven Regionalentwicklung beitragen. Wir bringen unsere Standortregionen voran – und damit auch uns selbst.

Wir exportieren unsere Produkte in die ganze Welt. Doch unsere Produktion ist nicht global. Im Gegenteil: Wir sind ein ausschließlich im Norden Deutschland ansässiges und tief verwurzeltes Unternehmen. In Uelzen, Ratzeburg, Warmsen und Bismark stehen unsere vier Werke. Unsere Milchrohstoffe, die für uns wichtigsten Agrarrohstoffe, stammen überwiegend von norddeutschen und in der Nähe zu unseren Werken gelegenen landwirtschaftlichen Betrieben.

Außerdem erzeugen wir in den Regionen Werte: Wir kaufen und veredeln lokale Agrarrohstoffe, beschäftigen lokale Dienstleister, schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und tragen zum Steueraufkommen in den Kommunen bei. So fließen etwa 76 Prozent unserer gesamten Ausgaben für Agrarrohstoffe und Halbfertigwaren zurück in unsere Standortregionen. Zusätzlich investieren wir in die Gemeinschaft und fördern lokale, gemeinnützige Projekte. Unser regionales Engagement nützt letztlich auch uns selbst. Denn die Uelzena-Gruppe braucht starke Regionen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. 

Unser Managementansatz: regionale Verantwortung

Die regionale Beschaffung und die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften in das unternehmerische Handeln sind relevante Nachhaltigkeitsaspekte. Dafür interessieren sich vor allem unsere Mitglieder, regionale Zulieferer und Dienstleister sowie kommunale Politiker und Behörden. Diesen interessierten Gruppen berichten wir, wie wir zu einer positiven und nachhaltigen Entwicklung unserer Standortregionen beitragen. Siehe auch: unsere Stakeholder.

Unser Ansatz: Wir bevorzugen nach Möglichkeit regionale Lieferanten und Dienstleister, fördern die Perspektiven von Jugendlichen und unterstützen unsere Mitarbeiter bei ihrem ehrenamtlichen Engagement. 2016 haben wir unsere Managementansätze für die regionale Verantwortung weiterentwickelt und auf weitere Materialgruppen ausgedehnt. 

Regionale Beschaffung

Für die Herstellung unserer Produkte benötigen wir verschiedene Agrarrohstoffe, Halbfertigwaren und Materialien. Alle diese Stoffe unterscheiden sich voneinander, zum Beispiel hinsichtlich der Verfügbarkeit oder der Transportbedingungen. Deshalb war es notwendig, mehrere Regionalbegriffe auszuarbeiten. Für Rohmilch und Dienstleistungen gab es schon Definitionen. Für Milchrohstoffe wie Rohmilch oder Rahm haben wir einen 150-Kilometer-Radius um unsere Produktionsstandorte als regionalen Bezugsrahmen gewählt. Bei Nicht-Milch-Rohstoffen, die auch in Übersee verfügbar wären, ist das Gebiet der Bundesrepublik ein angemessener Regionalbegriff. Bei Zucker beispielsweise setzen wir voraus, dass die Zuckerrüben in Deutschland angebaut und raffiniert werden, wenn wir sie als regional ausweisen. Regional beschafftes Verpackungsmaterial stammt ebenfalls von Lieferanten aus Deutschland.

Wir haben Jugendzentren vor Ort unterstützt und werden unsere Mitarbeiter in ihrem Ehrenamt fördern.

Karina Bode-Koch, PR-Managerin, Uelzena

Ehrenamt und Jugendförderung

Wir haben 2016 festgelegt, welche ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter für ihre jeweiligen Organisationen eine finanzielle Förderung beantragen können – zusätzlich zur Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Entscheidend ist, dass der Antragsteller eine regelmäßige und unentgeltliche Tätigkeit für eine gemeinwohlorientierte Organisation ausübt, etwa als Kassenwart oder Vorsitzender. Wichtig ist auch, dass diese Organisation keinen politischen, weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund hat. Im Frühjahr 2017 haben wir das neue Konzept unternehmensweit per Flyer öffentlich gemacht. Der Flyer dient zugleich als Förderantrag, der ausgefüllt eingereicht werden kann. Eine durchgeführte Mitarbeiterbefragung mit freiwilliger Teilnahme hat ergeben, dass sich 2016 rund sechs Prozent unserer Mitarbeiter ehrenamtlich betätigt haben. Wir wollen mehr Mitarbeiter ermutigen, sich künftig in Ihrer Freizeit für unsere Gemeinwesen zu engagieren.

Darüber hinaus haben wir 2016 an allen Standorten Jugendzentren finanziell unterstützt. Wir haben diese Einrichtungen ausgewählt, weil sie in den jeweiligen Regionen wichtige Aufgaben erfüllen: Sie betreuen junge Menschen in der Freizeit und tragen so dazu bei, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Zudem helfen sie den Jugendlichen beim Erwerb sozialer Kompetenzen und bei der Integration in die Gesellschaft – unabhängig von ihrer jeweiligen sozialen oder kulturellen Herkunft. 

 
 

Ergebnisse 2016: Regionale Verantwortung

Haben wir unsere selbst gesteckten Ziele erreicht ? Der integrierte Zielerreichungswert besagt: zu 86 Prozent. Künftig wird sich die Berechnungsgrundlage verändern. Denn wir arbeiten daran, auch weitere interne messbare Ziele für die regionale Beschaffung von Rohstoffen und Materialien zu definieren. Die Ergebnisse werden dann auch in den integrierten Zielerreichungswert mit einfließen. Mit den aktuellen Ergebnissen in den verschiedenen Einzelindikatoren sind wir zufrieden. Zumal wir den Anteil ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter zurzeit nur eingeschränkt messen können, da die Befragung freiwillig und damit nicht präzise ist. Siehe auch: Prüfbescheinigung

GRI-Indikatoren

Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Standorten (G4-EC9):  19 Prozent unserer Ausgaben für Dienstleistungen entfallen auf lokale Anbieter. Und noch wichtiger: Insgesamt gehen 76 Prozent unserer Ausgaben für Rohstoffe und Materialien an lokale Lieferanten – ein Wert, der sich auf einem hohen Niveau befindet und die regionale Verankerung unseres Unternehmens dokumentiert. Allerdings ist der Ausgabeanteil für regionale Materialien von 2015 auf 2016 um vier Prozent gesunken. Grund: Zum einen verzeichneten wir eine Mengensteigerung bei Überseerohstoffen, die wir nicht lokal beziehen können. Zum anderen haben unsere Mitglieder, die außerhalb des 150-Kilometer-Radius liegen, mehr Milch geliefert. Da wir unseren Mitgliedern die Milchrohstoffe verpflichtend abnehmen müssen, ist zum Beispiel der Wertanteil regional bezogener Rohmilch von 99 Prozent auf 98 Prozent gesunken. 

Prozentsatz Standorte mit Einbindung lokaler Gemeinschaften (G4-SO1): An allen Werkstandorten (100 Prozent) beziehen wir die lokalen Gemeinschaften bei Entscheidungen und Investitionsvorhaben gemäß den gesetzlichen Vorgaben mit ein. Es besteht regelmäßiger Kontakt zu lokalen Behörden und politischen Gremien. Zudem setzen wir an sämtlichen Standorten Förderprogramme um.

Uelzena-eigene Indikatoren

Prozentualer Mengenanteil der regional erfassten Milchrohstoffe (UG-MLR): Wie in den letzten Jahren auch beziehen wir unsere Milchrohstoffe zu einem sehr hohen Anteil aus regionalen Quellen. 2016 waren es 92 Prozent der Anliefermengen. Damit ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr (94 Prozent) leicht rückläufig. Kleinere Schwankungen bei diesem Wert sind normal und kein Anzeichen für einen generellen Trend.

Als genossenschaftlich organisierte Molkerei sind flüssige Milchrohstoffe für uns von besonderer Bedeutung. Die Anliefermenge der Milchrohstoffe von Mitgliedern bestimmt – neben den Rücklagen – die Höhe des Eigenkapitals. Daher ist diese Kenngröße für mehrere Stakeholder-Gruppen wesentlich und dient auch zur Messung der regionalen Beschaffung. Der G4-EC9 hingegen ist von der GRI-Organisation als Wertanteil definiert und ausgewiesen. Wir verwenden daher zwei ähnliche Indikatoren, um allen Informationsbedürfnissen gerecht zu werden.  

Unsere nachhaltige Strategie für die Regionen – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Regionalentwicklung

  • Wir bevorzugen regionale Dienstleister und Lieferanten – und fördern so Gewerbe und Arbeitsplätze in den Regionen.
  • Wir fördern die Perspektiven junger Menschen in den Werksregionen, damit sich mehr von ihnen für ein Leben in ihrer Heimat entscheiden – und vielleicht sogar für eine Karriere bei Uelzena.
  • Wir begrüßen und unterstützen das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter, damit in den Regionen ein vielfältiges Angebot von Vereinen sowie anderen Einrichtungen erhalten bleibt.

Höhere regionale Wertschöpfung

  • Agrarrohstoffe und Halbfertigwaren: Wir nehmen unseren regionalen Mitgliedsmolkereien die Milchrohstoffe wie Sahne, Konzentrate oder Rohmilch garantiert ab und zahlen ihnen einen wettbewerbsfähigen Milchpreis. Diese Milchrohstoffe stammen zu einem sehr großen Anteil aus regionaler Erfassung, also aus den norddeutschen Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Für Milchrohstoffe wie Rohmilch oder Rahm haben wir einen 150-Kilometer-Radius um unsere Produktionsstandorte als regionalen Bezugsrahmen gewählt. Auf diese Weise unterstützen wir lokale Landwirte, sorgen für Einkommen im ländlichen Raum und stärken die ländliche Wertschöpfung in den Erfassungsregionen. Nicht-Milch-Rohstoffe und Halbfertigwaren betrachten wir als regional, sobald wir sie aus Deutschland beziehen. Zucker zum Beispiel kaufen wir bei deutschen Raffinerien, die ausschließlich heimische Zuckerrüben verarbeiten.
  • Dienstleistungen: Wir bevorzugen bewusst – bei gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis – regionale Dienstleister, die jeweils in einem Umkreis von 50 Kilometern um einen unserer Werksstandorte herum ansässig sind. Dazu gehören zum Beispiel Handwerksbetriebe oder Transportfirmen. So wollen wir Gewerbe und Arbeitsplätze in den Regionen halten.

Jugendförderung

Wir unterstützen vielversprechende Projekte der Jugendarbeit, Schülerprojekte und Eigeninitiativen, begleiten Schulen als Bildungspate und beteiligen uns an Aktionen zur Berufsorientierung sowie an Kooperationen zwischen Schulen und der regionalen Wirtschaft. 2015 haben wir zum Beispiel an allen Standorten die Jugendfeuerwehren finanziell gesponsert, 2016 die Jugendzentren in Uelzen, Bismark, Ratzeburg und Warmsen.

Höhere regionale Lebensqualität

Die Uelzena-Gruppe begrüßt und fördert das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter. Ein vielfältiges Angebot von Sportvereinen und anderen Sozial- und Kultureinrichtungen in den Regionen ist ein Plus an Lebensqualität für alle – und die Regionen werden attraktiver für junge Menschen. Dafür gestalten wir die Arbeitszeit unserer Mitarbeiter auf Wunsch und nach Möglichkeit flexibel. Zusätzlich unterstützen wir die gemeinnützigen Einrichtungen, für die unsere Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind, finanziell.