Produktion

Versorgungssicherheit an den Standorten

Das Jahr 2022 stellte die Uelzena-Gruppe erneut vor unerwartete Herausforderungen. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens, vorrangig in eine ressourcenschonende und emissionsreduzierte Produktion zu investieren, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr durch das aktuelle Weltgeschehen erneut auf eine harte Probe gestellt. Die Klimaziele, u. a. den CO2-Footprint zu reduzieren, werden trotz dieser Anforderungen durch den Markt konsequent verfolgt und umgesetzt.

Energieeffiziente Produktion auf dem neuesten Stand der Technik

Die Uelzena-Gruppe hält ihre Produktion auf dem neuesten Stand der Technik, um negative Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Jahr für Jahr wird an den vier Werksstandorten in Maßnahmen investiert, die die Produktion noch effizienter, produktiver und sauberer machen. Der willkommene Effekt: Die Maßnahmen verbessern das Input-Output-Verhältnis, der Energie- und Ressourceneinsatz pro Produkteinheit sinkt und die Uelzena-Gruppe verursacht weniger Emissionen.

Im Frühjahr 2022 sahen sich alle Standorte der Unternehmensgruppe mit einer drohenden Energieversorgungslücke konfrontiert. Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine und den politischen Folgen musste in erster Linie die Verarbeitungssicherheit der täglich angelieferten Rohmilch in unseren Werken gewährleistet werden. In der Folge wurden an den milchverarbeitenden Standorten Umbauten vorgenommen. Die Kesselbrenner auf die optionale Verbrennung von Heizöl umgerüstet. Zeitgleich wurden entsprechende Lagerkapazitäten für Heizöl für einen zeitweise autarken Betrieb geschaffen.

Kommentierung

Reduzierung der Treibhausgasemissionen bezogen auf die Produktionsmenge in kg (Intensität). Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bezogen auf die Gesamttonnage im Basisjahr 2012 betrug 43,4 Prozent.

 Investitionsprojekte weitestgehend umgesetzt

Die Investitionen für unsere Projekte im Bereich Produktion wurden weitestgehend umgesetzt. Das jüngste Großprojekt in Uelzen, die Sprühtrocknungsanlage zur Herstellung von Food- und Infant-Ingredients befindet sich in der Inbetriebnahme-Phase. Unsere neue Abwasservorbehandlungsanlage, die zu einer Reduzierung der Abwasserlast um bis zu 15 Prozent führt, wurde 2022 fertig gestellt. Damit wird der CSB-Wert in den nächsten Jahren deutlich sinken. Mit der Sanierung des gesamten Zuleitungssystems für diesen Bereich wurde dieses Projekt am Standort Uelzen abgeschlossen. In Uelzen wurde zudem im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr eine neue Sammelwagenreinigung in Betrieb genommen. Die Milchsammelwagen unserer Mitgliedsgenossenschaften können direkt nach der Abtankung der Rohmilch und erfolgter Reinigung ihre Sammeltouren fortsetzen. Damit konnte ein Logistik- und Kostenvorteil erzielt werden.

„Als Leiter dieser hochmodernen Sprühtrocknungsanlage bin ich stolz, dass wir die Inbetriebnahme mit allen Abteilungen so erfolgreich gestalten konnten. Mit modernsten Technologien und innovativen Lösungen setzen wir für unser Unternehmen neue Maßstäbe in Effizienz und Umweltschutz.“

Benjamin Bücker, Projektleiter Turm 12 und Leiter Pack-Center, Uelzena eG

Wasser, Abwasser und weitere Einsparungen

Der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen spiegelt sich in vielen Projekten unserer Standorte wider. In Warmsen konnten durch die Optimierung der innerbetrieblichen Prozesse auch Einsparpotenziale im Bereich der Abwasserlast realisiert werden. Eine spezielle Reinigungsanlage und die Brüdendoppelnutzung führten auch hier zur gewünschten Reduzierung des Frischwasserverbrauchs. In Ratzeburg konnten durch die Inbetriebnahme der Agglomerationsanlage und die damit verbundene Zusammenlegung einiger Produktionsschritte ebenfalls Einsparungen im Produktionsprozess und damit eine Reduzierung des Energieverbrauchs erzielt werden. Ältere energie- und arbeitsintensive Anlagentechnik wurde an diesem Standort außer Betrieb genommen. 

Am Standort Bismark wird seit Herbst letzten Jahres die Milcherfassung für den Rohmilchbedarf unserer Käserei weiter optimiert. Seit Oktober 2022 nimmt die gesamte Uelzena-Gruppe nicht mehr an der Zertifizierung nach VLOG-Standard teil. Der Wegfall der sonst notwendigen separaten Rohmilchsammlung kann durch effizientere Touren genutzt und die Umweltbelastung reduziert werden. Die Erweiterung der Altmark-Käserei in Bismark wurde im vergangenen Jahr planerisch vorangetrieben und wird in den kommenden Jahren in die Umsetzung gehen .

 
Ausblick 2023

Insbesondere im Hinblick auf Einsparpotenziale bei der Abwasserbehandlung sollten 2023, spätestens im Folgejahr, erste Erfolge sichtbar werden. Mit Aufnahme des Regelbetriebs für die Sprühtrocknungsanlage „Turm 12“ ist von einer merklichen Mengensteigerung im Bereich der Lohntrocknung auszugehen.  Die Umsetzung der Käsereierweiterung in Bismark wird vorrangiges Ziel am dortigen Standort sein. Eine geplante Investition für den Standort Warmsen wird zudem für eine Ausweitung der Kapazitäten im Bereich Spezialprodukte sorgen.

Maßgeblich für unsere zukünftigen Investitionen werden weiterhin die Anforderungen an eine mittelständische Lebensmittelindustrie wie die Uelzena-Gruppe sein, nachhaltige und wertschöpfende Produkte herzustellen. Dieses Ziel werden wir auch in Zeiten knapper Beschaffungsmärkte, inflationärer Preise, steigender Löhne auf dem Fachkräftemarkt und wachsender gesellschaftlicher Ansprüche verfolgen. 

 
 Der Nachhaltigkeitskontext: Warum eine nachhaltige Produktionsstrategie notwendig ist

Die Uelzena-Gruppe ist ein mittelständisches Industrieunternehmen, dass vor allem Milchrohstoffe zu Lebensmitteln wie Butter, Milchpulver oder Käse weiterverarbeitet. 2021 wurden 236.000 Tonnen Produkte hergestellt und abgesetzt – vorwiegend aus Milch. Diese Veredelung ist ein intensiver Prozess und erfordert einen hohen Einsatz an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser und Erdgas als Energieträger. Zugleich emittieren unsere Werke Treibhausgase, Abwasser und Abfälle.

Beispiel Treibhausgase: Mit einem CO2-Ausstoß von 31.000 Tonnen im Jahr 2021 gehört die Uelzena-Gruppe bundesweit nicht zu den großen Emittenten. Seit 2012 konnten die CO2-Emissionen je produzierter Tonne um 48 Prozent reduziert werden. Trotzdem wird auch die Uelzena-Gruppe ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Die Bundesregierung hat beschlossen, bis 2045 klimaneutral zu werden.

Die Uelzena hält die Produktion auf dem neuesten Stand der Technik, um negative Auswirkungen auf die Umwelt bestmöglich zu begrenzen. Jahr für Jahr investiert die Uelzena-Gruppe an ihren vier Werksstandorten in Maßnahmen, durch die diese noch effizienter, produktiver und sauberer werden. Der willkommene Effekt: Die Maßnahmen verbessern das Input-Output-Verhältnis, der Einsatz von Energie und Ressourcen pro Produkteinheit verringert sich, und die Uelzena-Gruppe verursacht weniger Emissionen.

 Unser Management-Ansatz: Produktion

Energie, Wasser, Treibhausgasemissionen, Abfälle und Abwässer sind die zentralen Nachhaltigkeitsthemen in der Produktion. Wie die Uelzena-Gruppe mit diesen Themen umgeht, interessiert auch die Stakeholder des Unternehmens. Das sind insbesondere Kunden aus der Lebensmittelindustrie, die Mitarbeiter, die Mitglieder als Anteilseigner der Uelzena eG, Staat & Institutionen sowie selbstverständlich auch die Anwohner in direkter Nachbarschaft der Werksstandorte.
Die Produktion bearbeitet die relevanten Nachhaltigkeitsthemen aktiv. Die Ziele sind: die Emissionen und den Ressourcenverbrauch je produzierte Tonne kontinuierlich zu senken und zugleich die Produktivität zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

 

Unsere nachhaltige Produktionsstrategie – Ziele und Maßnahmen im Überblick

Produktion und Umwelt

  • Die Uelzena-Gruppe will die Emissionen unerwünschter Stoffe in die Umwelt senken. Mit diesen Emissionen sind sowohl Treibhausgase als auch Abwässer und Abfälle gemeint.
  • Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen wie Frischwasser oder Gas soll stetig verringert werden.
  • Die Wirtschaftlichkeit soll weiterhin verbessert werden.

Energie und Klima

  • Einige Beispiele für umgesetzte Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz gesteigert wird: neue Wärmerückgewinnungssysteme, Elektromotoren, LED-Beleuchtung.
  • Blockheizkraftwerke in Uelzen und Bismark, mit denen hocheffizient Wärme, Dampf und Strom für den Eigenverbrauch erzeugt wird. Der Wirkungsgrad liegt jeweils bei 84 Prozent, das sind 14 Prozent mehr als der Gesetzgeber für diese Kraftwerke vorgibt. Und es fallen sogar Stromüberschüsse an, die gegen Entgelt in das öffentliche Netz eingespeist werden.
  • Mit dem zertifizierten Energiemanagement nach ISO 50001 verbessert die Uelzena-Gruppe an allen Standorten laufend ihre Energieeffizienz.

Abwässer und Wasser

  • Die Produktion nutzt Wasser mehrfach, unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften. Selbst das Dampfkondensat wird zur erneuten Dampferzeugung eingesetzt.
  • Optimierung der Reinigungsprozesse im Eindampferbereich.
  • Am Standort in Warmsen reinigt eine eigene Vollkläranlage das Abwasser des Werks. Es erreicht Flusswasser-Qualität.
  • An den anderen Standorten werden die Abwässer an lokale kommunale Kläranlagen abgegeben. Sowohl die Abwassermenge als auch die Abwasserbelastung wird durch einen Management-Prozess mittels werksseitiger Maßnahmen stetig weiter optimiert.

Abfälle

  • Die Uelzena-Gruppe trennt Abfälle und recycelt wiederverwertbare Materialien wie Papier, Holz und Kunststoffe.
  • Zudem werden Abfälle so weit wie möglich im Vorfeld von Lieferungen vermieden, etwa durch Absprachen mit Lieferanten.

Produktivität

Einführung eines auf mehrere Jahre angelegten Verbesserungsprogramms in der Produktion. Dieses Programm heißt „Produktion OK 2025“ und ist auf Arbeits- und Kommunikationsprozesse sowie auf die Organisation der Zusammenarbeit fokussiert. Ziele: die Motivation und die Kompetenzen der Mitarbeiter zu steigern und kontinuierliche Verbesserungsprozesse anzuregen. In Uelzen fand die Einführung 2016 statt, Bismark folgte 2017 und in Ratzeburg fand die Einführung 2022 statt.