Endergebnisse Uelzena-Gruppe

Besser wissen, besser machen

Die Ergebnisse aus der zweiten Befragung zum QM-Nachhaltigkeitsmodul Milch liegen der Uelzena-Gruppe vor – und erlauben einen konstruktiven Blick auf die Nachhaltigkeitsleistung der Milcherzeuger. Auf Basis dieser Erkenntnisse baut das Unternehmen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess auf.

Die Uelzena-Gruppe und ihre Mitgliedsmolkereien haben sich bereits an dem dreijährigen Pilotprojekt des Nachhaltigkeitsmoduls Milch von 2017 bis 2020 beteiligt. Insgesamt haben an der Pilotprojektphase bundesweit nahezu 7.500 Landwirte von 34 Molkereien teilgenommen. An der zweiten Befragungsrunde, die sich von November 2020 bis Ende März 2021 erstreckte, nahmen 66 Prozent der Milcherzeuger von den Uelzena-Mitgliedsgenossenschaften teil. Im Anschluss übermittelte das Thünen-Institut den teilnehmenden Molkereien jeweils einen Bericht, der die Antworten der Landwirte pro Molkerei zusammenfasst. Auch die Uelzena-Gruppe hat einen solchen Bericht erhalten. Er zeigt die Ergebnisse aus der zweiten Befragungsrunde und offenbart viele gute Nachhaltigkeitsleistungen der Milcherzeuger der Uelzena-Gruppe. Zugleich werden aber auch Verbesserungspotentiale erkennbar.

Positive Uelzena-Ergebnisse: Tierwohl, Klimaschutz, Zukunftsinvestitionen und ehrenamtliches Engagement

Gute Noten für unsere Landwirte beim Thema Tierwohl: Ein Großteil der Kühe (98 Prozent) ist in modernen Liegeboxen-Laufställen untergebracht, in denen die Tiere genügend Platz zum Laufen, Fressen und Liegen haben. Fast gar nicht verbreitet ist die Anbindehaltung: Nur zwei Prozent der Milchkühe werden in Anbindehaltung gehalten – und das auch nicht ganzjährig, sondern in Verbindung mit Weidegängen. Ohnehin ist dies eine Haltungsform, die durch den Strukturwandel weiter an Bedeutung verlieren wird.

Pluspunkte für den Klimaschutz: 57 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe erzeugen erneuerbare Energien im eigenen Betrieb oder sind an einer Gemeinschaftsanlage beteiligt. Auf diesem guten Ergebnis will sich die Uelzena-Gruppe jedoch nicht ausruhen und verfolgt weitere Ansätze zur CO2-Reduktion.

Starke Investitionen: Die große Mehrheit der Betriebe (81 Prozent) investiert in ihre Modernisierung – was als ein Ausdruck für das Vertrauen in den eigenen wirtschaftlichen Erfolg gewertet werden kann. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort, der schon seit Jahrzehnten zu beobachten ist: Die Herden je Hof werden größer und die Betriebe arbeiten effizienter.

Hohes ehrenamtliches Engagement: 77 Prozent der Hauptverantwortlichen auf den Betrieben engagieren sich ehrenamtlich und tragen mit durchschnittlich 120 Stunden pro Jahr dazu bei, das Zusammenleben in den Regionen attraktiver zu gestalten. Zudem sind 36 Prozent der Milcherzeugerbetriebe im Bereich Öffentlichkeitsarbeit aktiv und öffnen beispielsweise ihre Hoftore für Besucher.

„Wir würden erneut an der Befragung teilnehmen, wenn es dem Absatz und der Vermarktung der Molkerei dient und uns als Gemeinschaft weiterbringt. Darum geht es auch beim genossenschaftlichen Gedanken – zusammen etwas nach vorne bringen.“

Hartwig Küper, Milchlieferant, Wittenwater

Uelzena-Themen mit Verbesserungspotenzial: Antibiotika, Wirtschaftslage, Biodiversität und Arbeitsbelastung

Umgang mit Antibiotika: 51 Prozent der Betriebe haben kein gezieltes Vorgehen bei der Anwendung von antibiotischen Trockenstellern. Trockenstellen bedeutet, die Laktation zu beenden, also die Zeit der Milchgewinnung. Die Trockenstehphase birgt ein großes Risiko für eine Neuinfektion mit Mastitis (Euterentzündung), weshalb viele Milcherzeuger vorbeugend Antibiotika einsetzen.

Wirtschaftliche Lage wird als schwierig empfunden: Rund 67 Prozent der Höfe haben zum Zeitpunkt der Befragung angegeben, mit dem Betriebszweig Milch in wirtschaftlicher Hinsicht unzufrieden zu sein. Der coronabedingt niedrige Milchauszahlungspreis führte in Kombination mit gestiegenen Betriebsmittelkosten sowie erhöhten Umweltauflagen zu einer anhaltend angespannten wirtschaftlichen Situation auf den Milcherzeugerbetrieben.

Biodiversitätspotenzial nicht ausgeschöpft: Extensives Grünland gilt als Fläche mit besonders hohem Biodiversitätspotenzial, da die extensive Bewirtschaftung zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt. 44 Prozent der Betriebe haben extensives Grünland. Bezogen auf alle Betriebe werden 11 Prozent des gesamten Grünlandes extensiv bewirtschaftet. Diesbezüglich und beim Anteil der bedeckten Ackerflächen im Winter als Gewässer- und Erosionsschutz ist noch Verbesserungspotenzial zu verzeichnen. 

Hohe Arbeitsbelastung: Die Betriebsleiter arbeiteten durchschnittlich 65 Stunden pro Woche. Fast 60 Prozent schätzen ihre eigene Arbeitsbelastung als hoch ein, 23 Prozent fühlen sich dauerhaft überlastet. 63 Prozent der Betriebsleiter gaben an, dass sie keine regelmäßig freien Tage haben. Dieser Bereich gilt als kritisch.

„Die hohe Beteiligungsquote an der zweiten Befragung verdeutlicht, dass das Thema Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil des Alltags auf unseren Milcherzeugerbetrieben ist.“

Dr. Nanke Brümmer, Nachhaltigkeitsmanagerin, Uelzena eG

ALLGEMEINE ANGABEN ZU DEN 562 BEFRAGTEN BETRIEBEN


Durchschnittliche Anzahl Milchkühe

155 Kühe


Anzahl der Betriebe mit Schwerpunkt Milchproduktion

83 %


Anteil der Betriebe, die überwiegend eigene Tiere zur Nachzucht einsetzen

95 %


Anteil Haupterwerbsbetriebe

97 %


Durchschnittsalter der Betriebsleiter

49


Durchschnittliche Flächenausstattung: landwirtschaftlich genutzte Fläche

227 Hektar


Durchschnittlicher Grünlandanteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche

47 %