Nachhaltigkeits-Berichterstattung für 2016

Schritt für Schritt zum Ziel

Abermals konnten wir das vergangene Geschäftsjahr effektiv nutzen: Wir haben 2016 unseren Jahres- und Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt und die Strukturen für nachhaltige Unternehmensführung ausgebaut. Das wurde erstmals unabhängig geprüft und testiert.

Wie bei allen Organisationen werden die Ziele und Strategien für eine nachhaltige Unter-nehmensentwicklung auch bei der Uelzena-Gruppe durch das Umfeld geprägt. Zwei Punkte waren dabei 2016 wichtig. Zum einen hat der internationale Verband der Milchindustrie (IDF) gemeinsam mit der FAO (UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft) auf dem Weltkongress der Milchwirtschaft eine Erklärung zur nachhaltigen Entwicklung der Milchwirtschaft unterzeichnet: "The Dairy Declaration of Rotterdam". Es ist eine Absichtserklärung und Selbstverpflichtung, in der die 2030-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aufgegriffen werden. Die Uelzena-Gruppe ist über die Mitgliedschaft im deutschen Milchindustrie-Verband (MIV) der Arbeit des IDF verbunden und unterstützt diese ausdrücklich.

Zum anderen hat die deutsche Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050 verabschiedet. Dieser wirkt insbesondere durch die Zielsetzungen für Industrie und Landwirtschaft auch auf Uelzenas Zielsetzungen für Energie und CO2 ein. Sowohl dieser Klimaschutzplan als auch die Erklärung von Rotterdam bestärken uns als Uelzena-Gruppe: Wir sind mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf dem richtigen Weg. Bereits seit 2014 berichten wir jährlich über unsere Ziele und erreichten Fortschritte. Dabei entwickeln wir auch die Form der Berichterstattung ständig weiter.

Themenfokus im Print-Bericht

Neu für das Jahr 2016 ist die Konzentration auf besonders interessante Themen in den Hauptkapiteln des gedruckten Berichts. Im Kapitel "Produktion" stellen wir zum Beispiel ein spezielles Verbesserungsprogramm vor, dass der langfristigen Zukunftssicherung dient. Und im Handlungsfeld "Unternehmen" erläutern wir im Detail die Gründe, warum die Uelzena-Gruppe trotz eines schwierigen Marktumfeldes 2016 zufriedenstellende Unternehmensergebnisse erreicht hat.

Wie gewohnt informieren wir unsere Interessengruppen (Stakeholder) hier auf der Webseite der Uelzena-Gruppe vollumfänglich – über sämtliche für uns relevanten Nachhaltigkeitsaspekte, Beweggründe, Ziele und Maßnahmen sowie die aktuellen Kennzahlen.

Fortschritt bei den Grundlagen

Im Berichtsjahr 2016 konnten wir substanzielle Fortschritte beim Aufbau nachhaltiger Unternehmensstrukturen erreichen. Unsere Einkaufsabteilung hat zum Beispiel einen umfassenden Managementansatz für die nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen entworfen (siehe auch Produkte). Zudem haben wir mit der Ausarbeitung eines Compliance-Management-Systems (CMS) für die gesamte Uelzena-Gruppe begonnen. Grundlage ist der Verhaltenskodex, der zunächst für die Uelzena eG und die Mitarbeiter den ethischen und rechtlichen Handlungsrahmen formuliert. In einer weiteren Ausbaustufe werden auch die Tochterunternehmen eingebunden. Außerdem wird es über ein Hinweisgebersystem möglich sein, nicht rechtstreue und schädigende Verstöße an eine vertrauliche Stelle zu melden. Den Verhaltenskodex und weitere Details können Sie hier nachlesen.

Mit Testat: geprüfte Kennzahlen

Ein gutes Stück vorangekommen sind wir ebenfalls bei der Weiterentwicklung der Berichtsqualität, entsprechend den Vorgaben der "Global Reporting Guidelines" (GRI). Wir haben verschiedene Indikatorangaben verfeinert und erweitert. Zudem lassen wir die quantitativen Ergebnisse und die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele aus unserer internen Strategie 2020 erstmals von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer nachrechnen und testieren, gemäß des "International Standard on Assurance Engagements ISAE 3000". Das zeigt deutlich, dass Uelzena sich nicht Ziele setzt und die Erreichung selbst berechnet, sondern transparent unabhängige Prüfer einbindet.

Leichte Veränderung der Materialitätsanalyse

Punktuell haben wir auch unsere Materialitätsanalyse überarbeitet. Nach gründlicher Prüfung und in Abstimmung mit wichtigen Interessengruppen (Stakeholdern) sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Tierwohl und -transport als eigene Aspekte für Uelzena nicht relevant sind. Denn: Der GRI-Aspekt Tierwohl bezieht sich vor allem auf Unternehmen, die Tiere halten und züchten. Uelzena besitzt keine eigenen Tiere. Dennoch bleibt das Thema für uns selbstverständlich wichtig, weil wir tierische Produkte einkaufen und weiterverarbeiten. Daher spielt das Tierwohl für uns bei dem GRI-Aspekt Beschaffung eine zentrale Rolle.

Den Aspekt Transport stufen wir vorerst als nicht wesentlich ein. Anlass dazu gibt die Studie "Umweltbilanz von Milch und Milcherzeugnissen" (Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg 10/2014, www.ifeu.de). Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die durch das Unternehmen direkt beeinflussten Transporte als Nachhaltigkeitsthema – vor allem in Bezug auf den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen – für ein Unternehmen der Milchbranche keine hohe Priorität haben. Diese Einordnung kann sich aber künftig ändern. Eine grundsätzliche Überarbeitung der Materialitätsanalyse planen wir für 2017/2018. Die Ergebnisse werden wir voraussichtlich nächstes Jahr zusammen mit den Neuerungen der GRI-Richtlinien präsentieren. Darin werden auch die Eingaben des Stakeholder-Dialogs einfließen, den wir stetig weiterentwickeln. 

Grundlage und Rahmendaten

Auch 2016 orientieren wir uns an dem international anerkannten GRI-Reporting-Standard 4.0 Food Processing, den wir bis zu dem Bericht 2017 entlang der Option "'In Übereinstimmung' – Kern" vollständig umsetzen wollen. Der Fokus liegt auf den vier Werksstandorten in Uelzen, Bismark, Ratzeburg und Warmsen. Der Berichtszeitraum bezieht sich auf das Geschäftsjahr der Uelzena-Gruppe, also 1.1. bis 31.12.2016. Wie bereits im vergangenen Jahr erscheint dieser Bericht auch in englischer Übersetzung - ebenfalls gedruckt und als PDF zum Herunterladen auf unserer Unternehmensseite. Und: In allen Texten beziehen wir uns weiterhin bei allgemeinen Bezeichnungen wieder durchgängig auf weibliche und männliche Personen.

Ausblick

Nach drei gedruckt und online veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichten analysieren die Beteiligten der Uelzena-Gruppe die bisherigen Arbeiten. Wir überlegen dabei unter anderem, wie wir am besten die relevanten und interessierten Stakeholder über Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit informieren. Ob es bei jährlicher Berichterstattung bleibt, ob es weiterhin einen gedruckten Bericht geben oder zukünftig ausschließlich im Internet unter uelzena.de berichtet wird, war zum Redaktionsschluss noch in der Diskussion.